Vortrag

Interdisziplinäre Konfliktlandschaftsforschung und Militärgeschichte

Interdisziplinäre Konfliktlandschaftsforschung und Militärgeschichte

Datum:
Ort:
Potsdam
Lesedauer:
2 MIN

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Am 14. Juli 2025 fand am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr eine interne Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Christoph Rass, Universität Osnabrück, statt. Zu Beginn hielt Professor Rass einen Kurzvortrag zu „Methoden der interdisziplinären Konfliktlandschaftsforschung und ihre Potentiale für die Militärgeschichte“. Daran anschließend ergab sich eine rege Diskussion.

vier Männer unter Bäumen, zwei in Uniform zwei mit Sakko

Der Kommandeur des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und sein Stellvertreter freuten sich Professor Rass begrüßen zu können. (v.l.n.r: Oberst Dr. Frank Hagemann, Prof. Dr. Alaric Searle, Prof. Dr. Christoph Rass, Oberst PDPrivatdozent Dr. John Zimmermann)

Bundeswehr/Christian Deckart

In seinem Vortrag berichtete Prof. Dr. Rass von seinen Forschungen, die mit interdisziplinären Perspektiven auf die Wechselwirkungen von Ereignis, Handelnden und Schauplatz blicken Zentral ist dabei die Integration natur-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Ansätze. Die Wechselwirkungen zwischen der materiellen und diskursiven Ebene machen die so entstandenen Geschichtsorte fassbar. Auch die an geschichtliche Themen geknüpften Narrative und Diskurse lassen sich so besser begreifen und überprüfen. Geschichts- und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse werden beispielsweise mit archäologischen und geowissenschaftlichen Befunden zu einer Konfliktlandschaft verbunden. Dadurch wird der zeitliche Ereignishorizont um zusätzliche Informationen und Verknüpfungen erweitert.

Mann mit Brille am Laptop

Prof. Dr. Christoph Rass visualisierte die Ergebnisse seiner Forschungen während seines Vortrages

Bundeswehr/Christian Deckart

Neue Methoden für Militärhistoriker – Einsatz von KIkünstliche Intelligenz

In der militärgeschichtlichen Forschung eröffnen solche methodischen Ansätze Möglichkeiten zur Evaluierung bestehender historischer Forschungsstände. Außerdem kann so ein besseres Verständnis für militärische Großerzählungen entstehen. Zusammen mit seiner Osnabrücker Kollegin Mirjam Adam hat Rass dazu bereits 2022 einen Sammelband herausgegeben, der Beispiele von der Antike bis zur Neuzeit aufbereitet. Freilich erschöpft sich dies nicht in der Untersuchung bekannter „Schlachtfelder“, sondern bezieht alle Orte mit ein, die aufgrund gewaltsamer Konflikte eine Überformung erfahren haben.

Mixed-Method-Forschungen

In der sich anschließenden intensiven Diskussion wurden Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Mixed-Method-Forschungen ausgelotet. Ganz unüblich für historisch Schaffende wurde der Blick in die Zukunft gewagt. Insbesondere dort, wo es um technische Neuerungen, allen voran im Bereich KIkünstliche Intelligenz, ging, bei denen rasante Fortschritte zu beobachten sind. „Die Studierenden, die heute ihr Studium aufnehmen“, so Rass, „werden ihren Abschluss in einer gänzlich veränderten wissenschaftlichen Umgebung“ machen. Auch das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wird aus dieser Erkenntnis heraus seine Fähigkeiten schärfen und seine technische Infrastruktur erweitern müssen.

von John Zimmermann

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