30. März 1856 - Geschichte Kompakt

Ende des Krimkrieges

Ende des Krimkrieges

Datum:
Ort:
Europa
Lesedauer:
1 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Mit dem Frieden von Paris endete im März 1856 einer der grauenhaftesten Kriege, die der europäische Kontinent bis dahin erlebt hatte. Zar Nikolaus I. hatte den Zerfall des Osmanischen Reiches genutzt, um die alten russischen Expansionsziele Konstantinopel und türkische Meerengen zu verwirklichen. Er geriet in Konflikt mit Großbritannien und Frankreich, die wiederum ihre Wirtschaftsinteressen gefährdet sahen.  

drei Soldaten mit Amputationen der Beine und Prothesen

Opfer des Krimkriegs mit amputierten Beinen, die Königin Victoria bei ihrem Besuch im Chatham Hospital sah

Imperial War Museum/Joseph Cundall & Robert Howlett

Auslöser des Konfliktes war ein Streit zwischen den christlichen Konfessionen um die Nutzung der heiligen Stätten in Jerusalem.

Anfang Juli 1853 rückten 80000 russische Soldaten in die osmanischen Donaufürstentümer Walachei und Moldau ein. Die Türkei erklärte, ermutigt von den Briten, Russland am 4. Oktober 1853 den Krieg. Es folgten die Kriegserklärungen Großbritanniens und Frankreichs an das Zarenreich. 1854 schließlich besetzten Habsburger Truppen die Donaufürstentümer – mit Genehmigung des Sultans. 

Belagerung von Sewastopol

Im Herbst 1854 erlitten britisch-französische Truppen ein Debakel bei der Belagerung von Sewastopol auf der Krim. Die Kämpfe dauerten 349 Tage und endeten erst im September 1855. Bis zum Fall der Stadt mussten rund 160000 Soldaten ihr Leben lassen, davon allein 100000 infolge von Krankheiten bzw. Seuchen. Der Friede von Paris und Folgeverträge garantierten die Unabhängigkeit und Integrität des „kranken Mannes am Bosporus“, wie Zar Nikolaus I. erstmals 1852 das Osmanische Reich bezeichnet hatte. 

Der Kampf um Sewastopol ist in der Geschichtswissenschaft als Vorwegnahme der Schlacht von Verdun bezeichnet worden. Der Krimkrieg selbst gilt als erster Krieg der Moderne, in dem vor allem die materielle Überlegenheit zählte. Erstmals erfuhr hier auch die Öffentlichkeit Europas und der Welt durch Kriegsberichterstatter zeitnah vom Kriegsgeschehen – nicht zuletzt durch eine neue technische Entwicklung: die Fotografie. 

Der Beitrag erschien in der Ausgabe 4/2006 der Zeitschrift für Militärgeschichte

von Michael Thomae

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Geschichte kompakt

Kurz, knapp und informativ. Ein schneller Einstieg in komplexe Ereignisse und Entwicklungen der Militärgeschichte.