Ende des Krimkrieges
Ende des Krimkrieges
- Datum:
- Ort:
- Europa
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Mit dem Frieden von Paris endete im März 1856 einer der grauenhaftesten Kriege, die der europäische Kontinent bis dahin erlebt hatte. Zar Nikolaus I. hatte den Zerfall des Osmanischen Reiches genutzt, um die alten russischen Expansionsziele Konstantinopel und türkische Meerengen zu verwirklichen. Er geriet in Konflikt mit Großbritannien und Frankreich, die wiederum ihre Wirtschaftsinteressen gefährdet sahen.
Auslöser des Konfliktes war ein Streit zwischen den christlichen Konfessionen um die Nutzung der heiligen Stätten in Jerusalem.
Anfang Juli 1853 rückten 80000 russische Soldaten in die osmanischen Donaufürstentümer Walachei und Moldau ein. Die Türkei erklärte, ermutigt von den Briten, Russland am 4. Oktober 1853 den Krieg. Es folgten die Kriegserklärungen Großbritanniens und Frankreichs an das Zarenreich. 1854 schließlich besetzten Habsburger Truppen die Donaufürstentümer – mit Genehmigung des Sultans.
Belagerung von Sewastopol
Im Herbst 1854 erlitten britisch-französische Truppen ein Debakel bei der Belagerung von Sewastopol auf der Krim. Die Kämpfe dauerten 349 Tage und endeten erst im September 1855. Bis zum Fall der Stadt mussten rund 160000 Soldaten ihr Leben lassen, davon allein 100000 infolge von Krankheiten bzw. Seuchen. Der Friede von Paris und Folgeverträge garantierten die Unabhängigkeit und Integrität des „kranken Mannes am Bosporus“, wie Zar Nikolaus I. erstmals 1852 das Osmanische Reich bezeichnet hatte.
Der Kampf um Sewastopol ist in der Geschichtswissenschaft als Vorwegnahme der Schlacht von Verdun bezeichnet worden. Der Krimkrieg selbst gilt als erster Krieg der Moderne, in dem vor allem die materielle Überlegenheit zählte. Erstmals erfuhr hier auch die Öffentlichkeit Europas und der Welt durch Kriegsberichterstatter zeitnah vom Kriegsgeschehen – nicht zuletzt durch eine neue technische Entwicklung: die Fotografie.
Der Beitrag erschien in der Ausgabe 4/2006 der Zeitschrift für Militärgeschichte.
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