Chemiewaffenübereinkommen
- Datum:
- Ort:
- Paris
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Als im Ersten Weltkrieg erstmals im großen Stil chemische Kampfstoffe eingesetzt wurden, war man sich der schrecklichen Folgen noch nicht bewusst. Das Wissen um die Gefährlichkeit dieser Waffen führte im Rahmen der Abrüstungsverhandlungen über sieben Jahrzehnte später zu einem Abkommen.
Inspektionsteam steht am Bunkereingang der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (GEKA) im Rahmen des Inspektionsbesuches der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) in Munster, am 22.01.2019.
Bundeswehr/WendtDas Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung, Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung solcher Waffen wird auch kurz Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ) genannt. Am 13. Januar 1993 wurde es zur Unterzeichnung in Paris, später New York ausgelegt. Zuvor wurde das Übereinkommen auf der Genfer Abrüstungskonferenz im September 1992 verabschiedet und im Dezember 1992 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen gebilligt.
Das CWÜ gilt quasi universell. Bis auf Ägypten, Israel, Nordkorea und Südsudan sind alle Staaten Mitglied des Übereinkommens. Mit dem Übereinkommen wurde die gesamte Kategorie chemischer Waffen generell verboten. In Folge des CWÜ sind 97 Prozent der von den Staaten gemeldeten Bestände vernichtet worden. Dies sind etwa 70.000 Tonnen.
Um die Einhaltung des Abkommens zu überwachen, wurde durch das CWÜ die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) gegründet. Sie hat ihren Sitz in Den Haag. Die OVCW führt auf der Grundlage des Vertrags Inspektionen – insbesondere in relevanten Industriezweigen – durch und stellt die Vernichtung gemeldeter Chemiewaffen sicher. Darüber hinaus berät und unterstützt die OVCW die Staaten bei der Einhaltung des Übereinkommens und überwacht laufende Konflikte:
Im Bürgerkrieg hatte Syrien am 21. August 2013 bei Damaskus chemische Waffen eingesetzt. Daraufhin stellte die OVCW die Bestände sicher und sorgte für ihren Abtransport und ihre Vernichtung. Allerdings hielten sich Zweifel daran, dass Syrien alle Bestände übergeben hatte, sodass die OVCW seit 2014 verschiedene Ermittlungsteams einsetzt, um noch vorhandene chemische Waffen zu identifizieren und ihre Beseitigung zu überwachen.
von Henning de Vries„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.