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23. Oktober bis 15. November 1956 - Geschichte kompakt

Der Volksaufstand in Ungarn 1956

Der Volksaufstand in Ungarn 1956

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Angefangen hatte der Aufstand weitab von Ungarn, im polni­schen Posen. Im Juni 1956 schlug polnisches Militär den dortigen Auf­stand nieder, doch zugleich gelangten Reformer an die Spitze des Landes. Die Sowjetunion hatte zwar mit einer Inter­vention gedroht, aber nichts unternom­men. So sahen auch die Ungarn ihre Chance für Veränderungen. 

sw-Foto. Eine Frau im Mantel mit Gewehr neben einem Mann in Mantel und Hut mit Gewehr vor zerstörten Häusern.

Aufstand der Bevölkerung: Bewaffnete in der Budapester Innenstadt am 23. Oktober 1956.

akg-images/Erich Lessing

Demonstration für freie Wahlen und Meinungsfreiheit

Am 23. Oktober demonstrierten Buda­pester Studenten ihre Solidarität mit dem Posener Aufstand – und begannen ihren eigenen. Sie stürmten das Ge­bäude des staatlichen Radios. Am Abend forderten bereits 200 000 Menschen vor dem Parlament freie Wahlen sowie Mei­nungs- und Pressefreiheit. 

Eingreifen der Panzer der Sowjetarmee

Unter dem Druck der Proteste wurde der reformori­entierte Kommunist Imre Nagy Minis­terpräsident. Gleichzeitig ließ Parteichef Ernő Gerő die Staatssicherheit auf die Demonstrierenden schießen und bat die Sowjetunion, einzugreifen. Am nächs­ten Morgen rollten Panzer der seit 1945 in Ungarn stationierten Sowjetarmee durch die Straßen Budapests. Es war als Machtdemonstration gedacht. Daher wurden die Panzer nicht von Infanterie unterstützt und waren so leichte Ziele für die Aufständischen. 

Widerstand und Rückzug

Der unerwartet große Widerstand der Budapester zwang die Sowjets zum Rückzug. Am 25. Oktober wurde Gerő entmachtet. Die Reformer glaubten, ge­wonnen zu haben. Nagy verkündete am 30. Oktober das Ende der Einparteien­herrschaft und am 1. November den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt. Doch die Sowjets und die Reform­gegner schlugen zurück. 

Niederschlagung des Aufstands

Aus der Sowjet­union kommend stießen neue Divisio­nen auf Budapest vor. Vom 4. bis zum 15. November tobten heftige Kämpfe im Land, die Aufständischen unterlagen. Nagy wurde im November verhaftet und 1958 hingerichtet und anonym bestattet, ebenso sein erst am 29. Oktober 1956 er­nannter Verteidigungsminister Pál Ma­léter. Als Oberst hatte dieser den Befehl verweigert, den Aufstand niederzuschla­gen, und sich ihm angeschlossen. Im Juni 1989 wurden Maléter und Nagy un­ter Anteilnahme von mehreren hun­derttausend Menschen feierlich mit al­len Ehren der Nation nochmals beigesetzt.

Der Beitrag erschien in der Ausgabe 4/2026 der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“.

von Klaus  Storkmann

Der Volksaufstand in Ungarn 1956

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Geschichte kompakt

„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.

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