Operation Entebbe
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Am 4. Juli 1976 befreiten Fallschirmjäger und Kommandosoldaten der israelischen Streitkräfte über 100 israelisch-jüdische Geiseln im ugandischen Entebbe aus der Gewalt von Terroristen. Zuvor war eine Air-France-Maschine von Kämpfern der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ nach Uganda entführt worden. Der dortige Diktator Idi Amin stand auf Seiten der Geiselnehmer; es drohte eine Ermordung aller Geiseln.
Entebbe International Airport
commons.wikipedia / public domainIn Rekordzeit erarbeiteten israelische Spezialkräfte daher einen waghalsigen Rettungsplan. In vier für eine Nachtlandung umgebauten C-130 „Herkules“ transportierte die israelische Luftwaffe die Elitesoldaten zu ihrem Einsatzort. Um nicht vom ägyptischen oder saudischen Radar aufgeklärt zu werden, überflogen sie das Rote Meer in gefährlichem Tiefflug. Erst eine Stunde vor Operationsbeginn erhielten die Männer den finalen Einsatzbefehl und landeten lediglich dreißig Sekunden später als geplant auf dem Flughafen in Entebbe.
In einem schwarzen Mercedes und zwei Land Rovern näherten sie sich dem alten Terminal, in dem die Geiseln festgehalten wurden. Es kam jedoch aufgrund einer Fehlentscheidung seitens der Israelis verfrüht zum Waffeneinsatz und die ugandischen Truppen nahmen der Feuerkampf auf. Die Terroristen wurden dadurch alarmiert. Wenig später gelang es einigen Kommandosoldaten dennoch, das Terminal zu stürmen, während ihre Kameraden die ugandischen Kräfte niederhielten. Dabei fiel der israelische Kommandoführer Jonathan Netanjahu, der Bruder des heutigen Ministerpräsidenten. Im Gebäude schalteten die Israelis alle Terroristen aus und begannen mit der Evakuierung der Geiseln. Vier Geiseln starben im Rahmen der Operation. Außerdem kamen etwa 20 ugandische Soldaten ums Leben. Die Operation in Entebbe gilt als eine der erfolgreichsten Rettungsmissionen in der Geschichte von Kommandounternehmen.
Der Beitrag erschien in der Ausgabe 3/2026 der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“.
von Martin H. Schulz„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.