Die Montanunion
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Der Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), kurz Montanunion, gilt als Grundstein des europäischen Integrationsprozesses. Er basiert auf Ideen des französischen Außenministers Robert Schuman. Dessen Plan sah vor, die deutsche und französische Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie einer auch anderen europäischen Ländern offenstehenden Aufsichtsbehörde zu unterstellen.
Unterzeichnung des Vertrags über EKGS am 18. April 1951 im französischen Außenministerium (v. l.n.r. Paul van Zeeland, Joseph Bech, Joseph Meurice, Graf Carlo Sforza, Robert Schuman, Konrad Adenauer, Dirk Stikker und Jan van Brink).
BArch, B 145 Bild-00014070 / o. Ang.Durch eine gemeinsame Verwaltung der Schwerindustrie sollten künftige Kriege verhindert werden. Bundeskanzler Konrad Adenauer betonte, der Plan sei von »größte[r] Bedeutung für die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich und für die ganze europäische Entwicklung«. Er biete der Bundesrepublik die Möglichkeit, internationales Vertrauen zurückzugewinnen.
Vertreter der Bundesrepublik, Frankreichs, Italiens und der Benelux-Staaten unterzeichneten den Vertrag im April 1951, im Juli 1952 trat er in Kraft. Mit dem Ansatz eines Rechtssystems oberhalb der nationalen Ebene diente er als Vorbild für die Römischen Verträge von 1957 zur Schaffung der Europäischen Atomgemeinschaft und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Damit war das Fundament für die Europäische Gemeinschaft gelegt, aus der die heutige Europäische Union hervorging.
von Esther Geiger„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.