Inhalt
7. März 1936 - Geschichte Kompakt

Remilitarisierung des Rheinlands

Am Morgen des 7. März 1936 mar­schierten circa 30 000 deutsche Soldaten in das demilitarisier­te Rheinland ein. Die nach dem Ersten Weltkrieg geschaffene Friedensordnung hatte einen weiteren, heftigen Schlag erlitten. 

Wehrmachtssoldaten in Uniform zu Fuss und zu Pferd. Schwarzweiß Foto

Rheinlandbesetzung 1936: Am 07.03.1936 marschieren die ersten Einheiten der deutschen Wehrmacht in die durch den Versailler Vertrag von 1919 festgelegte entmilitarisierte Rheinzone ein

BArch, Bild 183-S04233/o. Ang.

Französisch-sowjetisches Beistandsabkommen als Vorwand

Der Versailler Vertrag von 1919 hatte die Präsenz deutscher Streitkräfte auf dem linken Rheinufer sowie in einem 50 Kilometer breiten Streifen ostwärts des Stroms verboten, was durch den Ver­trag von Locarno 1925 nochmals bekräf­tigt wurde. Die Revision des Versailler Vertrages blieb jedoch parteiübergrei­fend ein wesentliches Ziel deutscher Außenpolitik. Nach der Machtübernahme der Natio­nalsozialisten war es der Abschluss eines französisch-sowjetischen Beistandsab­kommens 1935, das den Stein in der Rheinland-Frage ins Rollen brachte. Das Auswärtige Amt sah das Locarno-Ab­kommen als entwertet, die hierdurch geschaffene Sicherheit Deutschlands als bedroht an. Daher bereitete es Verhand­lungen über eine Auflösung der demili­tarisierten Zone vor. Gleichzeitig warnte die Wehrmachtführung vor den Folgen einer Militäraktion. 

Befehl zum Einmarsch

Doch Hitler über­spielte Diplomaten und Militärs mit seiner Politik des „Alles-oder-Nichts“: Am 2. März 1936 erging der Befehl zum Einmarsch; das Kabinett informierte Hitler am Tag darauf. Der besagte franzö­sisch-sowjetische Beistandspakt diente als Vorwand. Die 48 Stunden nach Be­ginn der Besetzung waren, so soll es Hit­ler später gesagt haben, „die aufre­gendste Zeitspanne in meinem Leben [...] Wären die Franzosen damals ins Rheinland eingerückt, hätten wir uns mit Schimpf und Schande wieder zu­rückziehen müssen.“ Eine Intervention Frankreichs blieb jedoch aus, da die Un­terstützung Großbritanniens fehlte. Die Remilitarisierung des Rheinlands hatte keine negativen Folgen für das Regime, das bereits massiv für einen neuen Krieg in Europa aufrüsten ließ.

Der Beitrag erschien in der Ausgabe 1/2026 der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“.

von Dennis Werberg

Geschichte kompakt

„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Das sind einerseits für den Betrieb der Seite notwendige Cookies, andererseits solche, die für Statistikzwecke, für die Anzeige von Posts aus sozialen Netzwerken oder bei der Anzeige von Kartenmaterial gesetzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche davon Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen eventuell nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter

    Kanal_Datenschutzerklärung