Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 1/2026
Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung- Datum:
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70 Jahre Teilstreitkräfte: In der neuen Ausgabe der „Militärgeschichte“ steht die Aufstellung der Teilstreitkräfte der Bundeswehr im Fokus. Außerdem geht es um die Geschichte der Ortskräfte der Bundeswehr in Kambodscha und Somalia, die Geschichte des strategischen USUnited States-Stützpunktes Diego Garcia und die Schlacht von Verdun.
Cover der Zeitschrift „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“, Heft 1/2026
SKA/IMZBwAm 20. Januar 1956 führte Bundeskanzler Konrad Adenauer den ersten Truppenbesuch in der Geschichte der Bundesrepublik durch. Sein Besuch in Andernach markiert einen historischen Moment. Er stand am Anfang eines langen und herausforderungsreichen Aufstellungsprozesses, den Mischa Bose in seinem Beitrag näher beleuchtet. Die Bundeswehr musste aufgrund der kompletten Demilitarisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Bereichen praktisch aus dem Nichts aufgebaut werden. Und dies unter höchstem Zeitdruck, denn im Kalten Krieg war die Bedrohungslage akut und der Feind stand nur wenige hundert Kilometer entfernt.
Anlässlich dieses feierlichen Jahrestages freuen wir uns, dass der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, das Editorial zur aktuellen Ausgabe der „Militärgeschichte“ beigesteuert hat.
Im Januar 2026 jährt sich die Aufstellung unserer Teilstreitkräfte zum 70. Mal. Ein bedeutender Moment für unsere Bundeswehr, für unser Land. Ein Moment, der mir geeignet scheint, den Blick in die Vergangenheit mit der Perspektive auf das Heute und das Morgen zu verbinden.
Insbesondere was Material und Personal anbelangte, gab es in den Anfangsjahren einige Überschneidungen zwischen den neuen bewaffneten Organen der Bundesrepublik, der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz. Die ersten Einheiten des Bundesgrenzschutzes wurden als „Polizei des Bundes“ bereits 1951 aufgestellt. Mit Gründung der Bundeswehr 1955 wechselte über die Hälfte des dortigen Personals zu den neuen Streitkräften. Dass die Unterscheidung beider Organisationen nicht immer ganz einfach fällt, erläutert Klaus Storkmann in seinem Beitrag für „Militärgeschichte im Bild“.
Von diesen Anfängen bis zu den umfänglichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr vergingen mehrere Dekaden. Dabei spielten von Beginn an Ortskräfte für die deutschen Streitkräfte eine zentrale Rolle, um in unbekannten Regionen und Kulturen ihre Missionen durchführen zu können. Doch die besonderen Herausforderungen, die mit dieser Zusammenarbeit einhergingen, offenbarten sich nicht erst in Afghanistan. Sie zeigten sich schon bei den ersten Einsätzen der Bundeswehr in Kambodscha und Somalia, wie Torsten Konopka und Emma Bessi in ihrem Beitrag ausführen.
Dass eigene strategische Interessen sich manches Mal an weit entfernten Orten manifestieren, zeigt sich beispielhaft an der kleinen Insel Diego Garcia. Bereits 1810 gelangte sie unter britische Herrschaft, 1965 überließ die britische Regierung Diego Garcia den USAUnited States of America als Stützpunkt. Noch während des Kalten Krieges stationierten diese dort B-52-Langstreckenbomber. Sowohl die räumliche Nähe zu Afrika und der Golfregion als auch zu China verleihen der Insel bis heute einen hohen strategischen Wert, den aufzugeben ein herber Verlust wäre. Gerhard Altmann gibt vor diesem Hintergrund einen kurzen Überblick über die bewegte Geschichte der Kolonialisierung und Dekolonialisierung des kleinen Korallenatolls im Indischen Ozean.
Frauen im Blickpunkt: Die Diskussionen um das Verhältnis von Frauen und Militär reichen weit in die Geschichte zurück.
Bundeswehr/Carola KlinkeDiskussionen über die Wiedereinführung der Wehrpflicht drehen sich aktuell auch immer wieder um die Frage, ob Frauen nicht ebenfalls für den „Dienst an der Waffe“ gemustert werden sollten. Doch dem steht bislang das Grundgesetz im Weg, das ausschließlich Männer der Wehrpflicht unterwirft. Das „Frauen an der Waffe“ ein kontrovers diskutiertes und zugleich jahrtausendealtes Thema sind, zeigt Nils Birk in seinem Beitrag für die Rubrik „Im Blickpunkt“ auf.
Manche Schlachten haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Hierzu gehört die Schlacht von Verdun, die vor 110 Jahren, im Februar 1916, begann und später als „Blutpumpe“ oder „Knochenmühle“ von Verdun in die Geschichtsbücher einging. Die Kämpfe markierten den Beginn der großen Materialschlachten, das Deutsche Heer zog aus ihnen taktische Lehren zum Gefecht der verbundenen Waffen. Doch der Blutzoll für diesen Lernprozess war hoch: Auf beiden Seiten fielen hunderttausende Soldaten in den Gefechten, deren Andenken noch heute im Beinhaus von Douaumont bewahrt wird. Ein analytischer Überblick von Christian Stachelbeck.
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