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Geschichte kompakt -1. Juli 1991

Auflösung des Warschauer Paktes

Auflösung des Warschauer Paktes

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Als Gastgeber des letzten Gipfels des Warschauer Paktes war es dem tschechoslowakischen Prä­sidenten Václav Havel vorbehalten, mit der Sitzungsglocke zugleich die Toten­glocke für das sowjetisch geführte Mi­litärbündnis zu läuten. Bereits im Fe­bruar 1991 hatten dessen Außen- und Verteidigungsminister in Budapest die Beendigung jeglicher militärischer Zu­sammenarbeit vereinbart. 

Bild in schwarz weiß zeigt 3 Männer beim Unterschreiben eines Vertrags

Ende einer Ära: Der tschechoslowakische Präsident Václav Havel (m.) unterzeichnet den Vertrag zur Auflösung des Warschauer Paktes

picture alliance / CTK | Petr Maticka

Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand

Der 1955 ge­schlossene „Warschauer Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und ge­genseitigen Beistand“ hatte ursprüng­lich acht Mitglieder. Albanien trat 1968 aus, die DDR im September 1990. Und so saßen neben Havel nur noch die Prä­sidenten Polens, Rumäniens und Bul­gariens sowie der ungarische Minister­präsident mit am Tisch. Der wichtigste Mann fehlte in Prag. Der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow ließ sich durch seinen Vizepräsidenten ver­treten. 

NATO als Garantie für europäische Sicherheit

Gennadi Janajew nutze die Gelegen­heit für die Forderung, dass nun die Auf­lösung der NATO folgen müsse. Der un­garische Ministerpräsident József Antall widersprach ihm: „Die wiedererstarkte NATO ist eine Garantie für die europäi­sche Sicherheit, und dasselbe gilt für die Präsenz der Vereinigten Staaten in Eu­ropa.“

Erfolgloser Putsch und Zerfall der Sowjetunion

Knapp sieben Wochen später putschte Janajew erfolglos gegen Gor­batschow und beschleunigte, was er zu verhindern suchte: den ungebremsten Zerfall der Sowjetunion. Die hatte erst vier Wochen vor dem Prager Gipfel ihre letzten Soldaten aus der Tschechoslowa­kei und aus Ungarn abgezogen. Ex-sow­jetische, nun vereinfacht als russisch be­zeichnete Truppen blieben noch bis 1993 in Polen und bis 1994 im Osten Deutschlands stationiert.

Der Beitrag erschien in der Ausgabe 3/2026 der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung„.

von Klaus Storkmann

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Geschichte kompakt

„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.

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