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Museums- und Sammlungsverbund

Expertengespräche mit dem militärischen Museumswesen Thailands bei 42 Grad Celsius

Zu einem Erfahrungsaustausch und gegenseitigem Kennenlernen: Eine Vertreterin des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr (MHMBw) in Gatow und zwei Vertreter des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam reisten auf Einladung der thailändischen Armee zum Besuch nach Bangkok. 

Vitrine mit Lanzen, Helmen und Fahne im Thailändischen Heeresmuseums zu Ehren des Königs

Vitrine mit Exponaten aus dem 19. Jahrhundert im Königlich Thailändischen Heeresmuseum zu Ehren des Königs

Bundeswehr/Christopher Oestereich

Gastgeberin der Expertengespräche unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Heiner Bröckermann und Generalmajor Paritat Trikalnon war die Direktion für Nachrichtenwesen des Königlich Thailändischen Heeres. Zur deutschen Delegation gehörten auch der Beauftragte für das Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr, Dr. Christopher Oestereich (ZMSBw), und Dr. Doris Müller-Toovey vom MHMBw Flugplatz Berlin-Gatow.

Gleich neben dem Hauptquartier des Heeres im Stadtzentrum von Bangkok bietet das „Royal Thai Army Museum in Honor of the King“ eine moderne Ausstellung zur Militärgeschichte Thailands vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Geschichte und Tradition sind stark vom thailändischen Königtum geprägt. Im BarameePokKloa-Saal mit einer Bronzestatue des Königs Rama V. (er regierte von 1868 bis 1910) wird traditionell jeder Oberbefehlshaber feierlich in sein Amt eingeführt.

Die Ausstellung ist sehr sorgfältig geordnet und glänzt mit einer Vielzahl beeindruckender Exponate: Waffen, wertvolle Fahnen, kostbare kriegswissenschaftliche Handschriften sowie Kunst und Kunsthandwerk zum Thema Militär.

Auch die Lehrsammlung der Schule für Nachrichtenwesen wurde besichtigt, die in ihrer Aufmachung und mit ihren museumsfachlichen Herausforderungen sehr an ähnliche Einrichtungen im Sammlungswesen der Bundeswehr erinnert. Das Gebäude der Sammlung war einst der Wohnsitz eines Vizekönigs und wurde später ein bekanntes Lazarett, das sogar von einem deutschen Militärarzt geleitet worden war.

Alte Flugzeugteile in der Ausstellung des Thailändischen Luftwaffenmuseums

Blick in die Dauerausstellung des Königlich Thailändischen Luftwaffenmuseums

Bundeswehr /Christopher Oestereich

Besuch beim Royal Thai Air Force Museum

Ganz unabhängig vom Heer betreibt die Königlich Thailändische Luftwaffe auf ihrem Stützpunkt im Norden Bangkoks ihr eigenes Museum. Wer sich für historisches Fluggerät interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.

Die Geschichte der militärischen Luftfahrt setzte in Thailand schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein, zunächst mit Technik, die aus Frankreich eingeführt wurde. Neben Flugzeugen (teils im Nachbau) sind auch die Persönlichkeiten thematisiert, die in der Geschichte der thailändischen Luftwaffe und ihrer Entwicklung eine große Rolle gespielt haben. Und auch hier kamen Förderer der Luftfahrt aus dem thailändischen Königshaus.

Die Ausstellung ist als Rundgang in einem riesigen klimatisierten Hangar untergebracht, daneben stehen viele Großobjekte auch überdacht außerhalb der Halle. In einem weiteren Gebäude bieten Simulatoren zudem Möglichkeiten, sich dem Thema Fliegerei spielerisch zu widmen. Die thailändischen Museumspädagoginnen haben aber auch die klassischen Angebote zum Malen und Basteln für junge Flugbegeisterte.

Das Luftwaffenmuseum ist ein Publikumsmagnet und zieht viele Familien und Jugendliche an. Der Eintritt hier ist kostenlos. Eine Bahnstation liegt quasi vor der Tür. Und eine neue, moderne Bibliothek und ein leistungsfähiges Besuchercafé zeigten, dass man hier an alles gedacht hat. 

Vitrine mit alten Fahnen im Depot des Königlich Thailändischen Luftwaffenmuseums

Historische Truppenfahnen im voll klimatisierten Schaudepot des Königlich Thailändischen Luftwaffenmuseums

Bundeswehr/Christopher Oestereich

Konservatorische Herausforderungen im tropischen Klima

Beim Besuch in Bangkok herrschten Temperaturen von 42 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent. Die für europäische Verhältnisse immens hohe Luftfeuchtigkeit ist dem Kulturgut nicht zuträglich. Textile Materialien, Metall, Papier: es ist ein hoher Aufwand nötig, um den Verfall kostbarer alter Objekte aufzuhalten.

Ganz wie im Museumswesen der Bundeswehr kann auch das Königlich Thailändische Luftwaffenmuseum nicht ihr gesamtes historisches Großgerät in klimatisierten Ausstellungshallen oder Depots aufstellen. So manches alte Stück steht auch hier im Freien.

Ein beeindruckender Aufwand wird jedoch für Papier- und Textilobjekte getrieben - wie ein Blick in das vollklimatisierte Schaudepot im Luftwaffenmuseum zeigte. Der Raum ist klimatisiert, die Schränke ebenso, auch die Fahnen sind vorbildlich gelagert. Dazu gibt es eine sehr informative Schauvitrine zum Thema Konservierung und Restaurierung.

In einem klimatisierten Schaudepot werden vor allem Dokumente und Pläne zur Geschichte der Luftwaffe seit dem frühen 20. Jahrhundert aufbewahrt, daneben bedeutende historische Truppenfahnen.

Nach den Fachgesprächen ist natürlich vor den Fachgesprächen. Und so freuen sich alle auf ein Wiedersehen in Deutschland, wo dann neben einem Besuch im Potsdamer ZMSBw auch Museen und Sammlungen der Bundeswehr besichtigt werden sollen.  

Bilder

von Dr. Christopher Oestereich
Zum Museums- und Sammlungs­wesen

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