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Vortrag zu hybrider Kriegführung bei Tagung des Bundeskriminalamtes

Vortrag zu hybrider Kriegführung bei Tagung des Bundeskriminalamtes

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Am 6. Mai 2026 führte die Abteilung Staatsschutz des Bundeskriminalamtes ihre jährliche Wirtschaftstagung in Bonn durch. Diese stand unter dem Motto „Aktuelle Bedrohungslagen und neue Technologien – Sicherheit gemeinsam weiterdenken“.

Foto eines Mannes in Uniform, der vor Publikum einen Vortrag hält

Oberst Dr. Johann Schmid hält den Vortrag „Hybride Kriegführung – eine neue Form, Krieg und Konflikt ganzheitlich zu denken“ auf der Wirtschaftstagung des BKA in Bonn.

BKA/ Stephan Sasek

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) war mit Oberst Dr. Johann Schmid, dem Projektbeauftragten für den Themenkomplex hybride Kriegführung auf der Tagung vertreten. In seinem Vortrag „Hybride Kriegführung – eine neue Form, Krieg und Konflikt ganzheitlich zu denken“ konzeptualisierte Oberst Schmid hybride Kriegführung als „umfassende Form gewaltbasierter Interessendurchsetzung, deren Akteure das Gefechtsfeld horizontal entgrenzen, insbesondere in den Grauzonen von Schnittstellen operieren und sich dabei kreativer wie unorthodoxer Mittel- und Methodenkombinationen bedienen“. Das bedeutet, so Schmid, die Domänen Wirtschaft, Handel, Energie- und Rohstoffversorgung, Finanzen und Technologie können genauso zu umkämpften „Teilgefechtsfeldern“ im Rahmen hybrider Kriegführung werden wie der militärische „Schießkrieg“, der allgegenwärtige Informations- und Propagandakrieg oder der innergesellschaftliche Kulturkampf. Die Infrastrukturen von Wirtschaft und Industrie - sowohl physisch wie auch digital - stehen hierbei als Angriffsziele besonders im Fokus. Die hybriden Angriffsvektoren sind dabei vielfältig und skalierbar. Sie reichen von Cyberangriffen und kriminellen Aktivitäten über Spionage und Sabotage bis hin zu militärischen Angriffen. Die exzessive Nutzung von Drohnen, „Wegwerfagenten“ und KI-gestützten Cyberangriffen skizzieren die jüngsten Entwicklungsstufen. Das Erschreckende ist insbesondere die Einfachheit des hybriden Agierens.

Foto eines Mannes in Uniform auf einer Bühne

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortet Oberst Dr. Schmid Fragen aus dem Publikum zum Thema hybride Kriegführung.

BKA/ Stephan Sasek

Gewalt in Grauzonen und Schnittstellen

Hybride Kriegführung, so Schmid, erfordere eine ganzheitliche (gesamtstaatliche, gesamtgesellschaftliche) hybride Antwort und das Mitwirken einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure. Die Sensibilisierung für die Herausforderungen und die Entwicklung eines gemeinsamen Grundverständnisses hybrider Kriegführung sind grundlegend für das gemeinsame Handeln. Nur so können Bund, Länder, Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie in Abwehr, Verteidigung, Resilienzbildung und Gegenreaktion umfassend und zielgerichtet zusammenwirken. Für diese notwendige Sensibilisierung wie auch für Austausch und Vernetzung bot die Wirtschaftstagung der Abteilung Staatsschutz einen exzellenten Rahmen.

Ganzheitliche Antwort erforderlich

Ziel der Wirtschaftstagungen des Polizeilichen Staatsschutzes (ST) des BKA ist es, Sicherheitsverantwortlichen der Wirtschaft vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen und Krisen einen Überblick über die aktuelle Sicherheitslage zu vermitteln und den Austausch zwischen Unternehmen und Sicherheitsbehörden zu fördern. Neben Vertretern verschiedener Sicherheitsbehörden nahmen über 100 Sicherheitsverantwortliche von Konzernen und kleineren und mittelständischen Unternehmen an der ST-Wirtschaftstagung teil.

von Johann Schmid

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