Inhalt
64. Internationale Tagung Militärgeschichte

Gerüstet für den Krieg?

Internationale Tagung

Waren die Bundesrepublik Deutschland und die NATONorth Atlantic Treaty Organization in den 1980er Jahren auf einen großen Krieg gegen den Warschauer Pakt vorbereitet? Dieser Frage ging die 64. Internationale Tagung für Militärgeschichte „Gerüstet für den Krieg?“ nach. Sie widmete sich der militärischen und zivilen Sicherheitsvorsorge im Kalten Krieg.

Die Tagungsteilnehmer(Rückansicht) sitzen im großen Saal und verfolgen die Tagung

Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers referierte zur Einführung in die 64. Internationale Tagung für Militärgeschichte „Gerüstet für den Krieg?“

Bundeswehr/Nimpsch

25 Vorträge von Referentinnen und Referenten aus acht Ländern präsentierten bei der Tagung vom 5. bis 7. November 2025 in Dresden die ganze thematische Bandbreite staatlicher Sicherheitsvorsorge. Neben militärischen Operationsplanungen und zivil-militärischen Vorbereitungen standen beispielsweise gesamtstaatliche Übungen sowie Kriegsvorbereitungen in damals neutralen Staaten auf der Agenda. Zeitgenössische Debatten um militärische Doktrinen zeigten, dass Armeen lernende Organisationen waren, die einerseits vom technischen Fortschritt getrieben wurden und andererseits wesentliche Impulse von Personen in exponierten Verwendungen als Armeebefehlshaber erfuhren. Die „Gretchenfrage“ des Kalten Krieges, ob Nuklearwaffen eingesetzt werden sollten oder könnten, kam im Kontext der französischen Nuklearwaffenpolitik zur Sprache. 

Der historische Rahmen

Die 1980er Jahre, zwischen dem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Doppelbeschluss (1979) und dem Fall der Berliner Mauer (1989), waren kein ruhiges Jahrzehnt. Nachhaltigen Einfluss auf die bisherige Internationale Ordnung hatten nicht nur die vielfältigen kleinen Kriege, sondern auch der Sturz des Schahs in Persien und der Beginn der Islamischen Revolution 1979, die sowjetische Besetzung Afghanistans im selben Jahr sowie der Falkland-Krieg 1982. Beide Supermächte waren außerhalb Europas gefordert, was gleichzeitig Folgen für die hier stationierten Streitkräfte und die Sicherheitskonzepte der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten hatte.

Historische Perspektiven und heutige Sicherheitsfragen

Erstmals hat sich mit der ITMG 2025 eine historisch-wissenschaftliche Tagung den komplexen Fragen der Sicherheitsvorsorge eines Staates im Zeitalter der Blockkonfrontation gewidmet. Zugleich thematisierte die Tagung vielfältige historische Aspekte, die angesichts der aktuellen Sicherheitslage in Europa wieder eine politische und militärische Relevanz gewinnen.

Der russische Krieg in der Ukraine ruft Muster des Kalten Krieges wieder hervor. Einige Aspekte dieses Krieges und seine Auswirkungen auf die europäischer Sicherheitslage knüpfen vordergründig an Ereignisse, Prozesse, Abläufe und Paradigmen der Zeit vor 1989/90 an: So wie einst scheint sich ein Blockdenken herauszubilden, in dem eine stark vergrößerte NATONorth Atlantic Treaty Organization Russland gegenübersteht. Bedrohungsanalysen der 1980er Jahre, die eine Infiltration der Demokratien durch östliche Spione und Saboteure sowie Sabotage durch militärische Spezialkräfte und nicht zuletzt Desinformationskampagnen annahmen, finden heute durch hybride Bedrohungen und Aktionen seitens Russlands ihre Bestätigung.

Eine eingehende Betrachtung des letzten Jahrzehnts des Kalten Krieges bietet damit vielfältige Parallelen in die Jetztzeit an, die nicht zu übersehen sind.

von Peter Lieb und Heiner Möllers 

Veranstaltungsberichte

Vorträge, Work-Shops und Tagungen am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Das sind einerseits für den Betrieb der Seite notwendige Cookies, andererseits solche, die für Statistikzwecke, für die Anzeige von Posts aus sozialen Netzwerken oder bei der Anzeige von Kartenmaterial gesetzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche davon Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen eventuell nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter

    Kanal_Datenschutzerklärung