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Veranstaltungsbericht

OSZEOrganisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa-Expertentagung zum Thema Frauen in den Streitkräften

Women in the Armed Forces, Challenges and Perspectives“. Um dieses Thema zu diskutieren, lud die ständige Vertretung der Republik Frankreich bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZEOrganisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) Expertinnen und Experten nach Wien ein. Den Rahmen bildete das wöchentliche „Forum for Security Co-Operation“ (FSC). 

Drei Personen sitzen an Tischen, im Hintergrund Flaggen

Die drei Teilnehmenden des Panels, Corinne Robillart, Nils Birk und Olha Bihar.

OSZE

Auf Einladung der ständigen Vertretung der Republik Frankreich, die aktuell den Vorsitz des Forums innehat, fand der Austausch zu Fragen der Integration von Frauen in Streitkräften aus unterschiedlichen Perspektiven statt. Im Zentrum standen zwei Leitfragen: Warum ist die Einbeziehung von Frauen in moderne Streitkräfte wichtig? Welche Herausforderungen stellen sich in diesem Zusammenhang heute (noch)? Hierzu wählte die französische Delegation je eine historische, eine militärpolitische sowie eine persönliche Perspektive, um die Thematik möglichst vielseitig zu diskutieren

Hauptmann Nils Birk (ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945) skizzierte die Streitkräfteplanung der Bundeswehr im Hinblick auf eine potenzielle Öffnung für Soldatinnen während des Kalten Krieges. Colonel Corinne Robillart, verantwortlich für Fragen der Gleichstellung im französischen Verteidigungsministerium, ermöglichte einen Einblick in die aktuellen militärpolitischen Herausforderungen der Integration von Frauen in die Streitkräfte. Den Höhepunkt des Panels bildete der eindrucksvolle Vortrag der ukrainischen Artillerieoffizierin Olha Bihar, die über die zunehmende Bedeutung von Soldatinnen in den ukrainischen Streitkräften berichtete. Bihar, die erste Offizierin der ukrainischen Feldartillerie, wurde als Veteranin der Schlacht von Bachmut bekannt. Ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Krieg und vom Alltag an der Front zeigen eindrücklich, wie wichtig die effektive Integration von Frauen in moderne, kriegstüchtige Streitkräfte ist.

Integration als Beitrag zur Resilienz und Effektivität eines modernen Militärs?

Weiße Fahne mit blauen Logo, darauf in Großbuchstaben OSCE

Fahne mit dem OSCEOrganisation for Security and Co-operation in Europe Logo vor der Hofburg in Wien, 2025.

OSCE

Im Anschluss erkannten rund 25 Staaten in nationalen Erklärungen die Relevanz der Thematik an und betonten ihre eigenen Bemühungen um eine verstärkte Integration von Frauen in die Streitkräfte. Die Europäische Union sowie ihr angehörende Staaten argumentierten, dass „Gender Integration“ vor allem aufgrund von zwei Erkenntnissen relevant sei: Inklusive Gesellschaften verfügen über eine höhere Resilienz und seien daher gegenüber hybriden Bedrohungen besser vorbereitet als Gesellschaften, die aufgrund von struktureller Exklusion von Frauen innere Spannungen fördern. Militärisch betrachtet steht besonders die Effektivität und die Kriegstüchtigkeit im Fokus. Die Inklusion aller Geschlechter verhindere, dass geeignete Kandidaten und Kandidatinnen ausgeschlossen werden und ermögliche folglich eine militärische Effizienzsteigerung. Dies sei, so lautete die Einschätzung vieler europäischer Staaten, aktuell in den ukrainischen Streitkräften zu beobachten. 

Abseits dieser Statements gaben die Republik Belarus und die Russische Föderation eigene Erklärungen ab. Während auf der Veranstaltung sowohl die gesellschaftliche als auch die militärische Relevanz von Frauen betont wurde, lag der Fokus der russischen und belarussischen Darlegungen vor allem auf „traditionellen“ Rollenbildern. Belarus kündigte an, dass 2026 das „Jahr der belarussischen Frau“ sei, in dem gezielte Förderungen erfolgen sollten, die auch das Militär beträfen. Russland betonte den militärischen Beitrag „russischer“ Frauen im Zweiten Weltkrieg und wies auf die Förderung von Frauen im Militär hin, die derzeit durch den sogenannten patriotischen Unterricht an Schulen verwirklicht werde. 

Acht stehende Personen vor einem Aufsteller der französischen Vertretung bei der OSZE

Gemeinsames Foto der Teilnehmenden des Panels mit der französischen ständigen Vertretung bei der OSZEOrganisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa vor dem Sitzungssaal in der Wiener Hofburg.

Gregory Geiskopf

Erkenntnisse zum Thema „War has no gender“

Zum Abschluss der Tagung formulierte die französische Botschafterin bei der OSZEOrganisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Fatène Benhabylès-Foeth, fünf Erkenntnisse aus dem Dialog. Da die Teilhabe von Frauen in den Streitkräften Europas eine Realität darstelle, gelte das Motto „War has no gender“. 

Ein Fazit rundete die Tagung ab. Angesichts einer sich stetig wandelnden Sicherheitslage sowie demographischer Veränderungen könne sich das Militär einen begrenzten Zugang zu „Talenten“ – Männer und Frauen – nicht leisten. „Gender Integration“ sei daher kein Gegenstand für moralische Diskussionen, sondern vielmehr ein Hebel zur Schaffung effektiver Streitkräfte. 

von Nils Birk

Veranstaltungsberichte

Vorträge, Work-Shops und Tagungen am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

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