NATO-Forschungsgruppe zu Radikalisierung tagt in Potsdam
- Datum:
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- Potsdam
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Vom 23. bis 25.04.2024 fand das 5. Treffen einer NATO-Forschungsgruppe zum Thema Politische Radikalisierung von Soldatinnen und Soldaten sowie Veteraninnen und Veteranen („Military Service Members and Veteran Domestic Radicalization“) am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam statt.
Tagung der NATO-Forschungsgruppe "Military Service Members and Veteran Domestic Radicalization“ am 23.05.2024 im ZMSBw.
Bundeswehr/Andrea NimpschDas Projekt ist Teil der Forschungskooperation im NATO-Rahmen und bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Soldatinnen und Soldaten aus Belgien, Deutschland, Kanada, Norwegen, Slowenien, USA und dem Vereinigten Königreich zusammen. Darunter sind einige renommierte Professorinnen und Professoren vom King’s College, der University of Maryland und der University of Southern California. Für das ZMSBw nimmt Dr. Markus Steinbrecher an der Forschungsgruppe teil.
Ziel des Projekts ist eine vergleichende Betrachtung und Analyse politischer Radikalisierungsprozesse unter Soldatinnen und Soldaten sowie Veteraninnen und Veteranen in den NATO-Mitgliedsländern. Dabei wird die Häufigkeit von politischem Extremismus und Radikalisierungsprozessen in den Streitkräften und unter Veteraninnen und Veteranen betrachtet. Zudem werden die Risiko- und Schutzfaktoren für Extremismus und Radikalisierung herausgearbeitet und verglichen. Und schließlich wird der Erfolg der jeweiligen nationalen Präventions- und Schutzmaßnahmen analysiert. Dafür werden vor allem Daten aus einer Informationsabfrage unter den NATO-Mitgliedsländern ausgewertet.
Im Rahmen des Projekts ist ein gemeinsames Buch bei Oxford University Press (OUP) geplant. Ein Vertrag zwischen OUP und den Herausgebern ist bereits unterschrieben. Das Buchmanuskript mit dem Arbeitstitel „Radicalization in Military and Veteran Populations: Causes, Consequences and Countermeasures“ soll 2025 abgegeben werden. Der Band wird voraussichtlich 2026 erscheinen. Während des Treffens wurde der Stand der einzelnen Kapitel besprochen und das weitere Vorgehen geplant.
Das Projekt läuft noch bis zum Herbst 2025. Es ergänzt mit seiner international vergleichenden Perspektive auf Radikalisierungsprozesse und -verläufe das ZMSBw-Projekt „Armee in der Demokratie„ in gelungener Weise.
von Markus Steinbrecher