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Veranstaltungsbericht

CIHM Jahrestagung 2026: Neuere Forschungen zur Militärgeschichte

CIHM Jahrestagung 2026: Neuere Forschungen zur Militärgeschichte

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Am 24. Juni 2026 richtete die Deutsche Kommission für Militärgeschichte (CIHM) im Rahmen ihrer Jahresmitgliederversammlung ihren traditionellen Workshop aus. Dessen Ziel war es, auf informeller Basis den akademischen Dialog zwischen ZMSBw und außerhäusiger Militärgeschichtswissenschaft zu fördern.

Mann in Uniform stehend am Rednerpult

Der Präsident der Deutschen Kommission für Militärgeschichte (CIHM) und Kommandeur des ZMSBw, Oberst Dr. Frank Hagemann, begrüßte die Gäste des Workshops.

Bundeswehr/Annette Besser

Forschungsprojekte zu den Gewaltkulturen

Blonde Frau am Rednerpult

Dr. Christin Pschichholz (Deutsche Hochschule der Polizei/Universität der Polizeien des Bundes und der Länder) referierte ihr derzeitiges Projekt zu den militärischen Gewaltkulturen europäischer Großmächte Ende des 18./Beginn des 19. Jahrhunderts

Bundeswehr/Annette Besser

Zu Beginn stellte Christin Pschihholz (Deutsche Hochschule der Polizei) ihr Forschungsprojekt zu den Gewaltkulturen der europäischen Großmächte während der Revolutions- und Napoleonischen Kriege vor. Dieses Projekt ist Teil der DFG Forschungsgruppe „Militärische Gewaltkulturen“, in der auch das ZMSBw eingebunden ist. Frau Pschichholz betonte, dass es zur militärischen Gewaltkultur in der Napoleonischen Zeit noch keine vergleichenden Studien gibt. Anhand unterschiedlicher Kategorien wie die Behandlung von Kriegsgefangenen, die Truppenversorgung, Maßnahmen zur Aufstandsbekämpfung sowie die Verhaltensweisen des Militärs bei der Belagerung und Erstürmung von Städten sollen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in der Gewaltkultur der Armeen der Großmächte herausgearbeitet werden.

Martin Reese (ZMSBw) präsentierte die Ergebnisse seiner an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg abgeschlossenen Dissertationsschrift über den Wandel des Kriegsbilds der Bundeswehrführung von 1987 bis 1994. Er formulierte dabei seine Kernthese, dass das Denken in der Generalität in der Umbruchsphase um die Jahre 1989/90 mehr von Kontinuitäten als von Brüchen geprägt war. Die Sowjetunion und später Russland blieben zentraler Bezugspunkt der Planungen der Bundeswehr.

Narrative und die Geschichtspolitik osteuropäischen Kriegsmuseen

Kristiane Janeke (ZMSBw) referierte über die Narrative und die Geschichtspolitik in drei osteuropäischen Kriegsmuseen: Kaunas (Litauen), Minsk (Belarus) und Moskau (Russland). In der sowjetischen Ära setzten alle drei Museen die staatlichen Leitlinien des sozialistischen Geschichtsbildes in ihren Ausstellungen um. Noch vor 1991 wich jedoch das Museum in Kaunas von diesen Vorgaben ab und betonte die sowjetische Besatzungsherrschaft. Im Minsker Museum stehen seit jeher die Leiden der örtlichen Bevölkerung sowie der Partisanenkampf gegen den deutschen Besatzer im Mittelpunkt. Das Museum in Moskau schließlich sieht sich bis heute in der Tradition des „Großen Vaterländischen Kriegs“; aus dem einst sowjetischen Sieg ist heute ein russischer Sieg geworden.

Tim Geiger (Institut für Zeitgeschichte) schloss unseren Workshop mit einem Vortrag zum Nutzen der Edition „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ (AAPD) für die Militärgeschichte ab. Geiger ist seit über zwanzig Jahren Mitarbeiter und nunmehr Leiter dieses Großprojekts und verfügt daher über intime Kenntnisse dieser Akten, von denen Teile termintreu 30 Jahre nach Ende der Sperrfrist veröffentlicht werden. Für die Militärgeschichte wies Geiger auf die Bedeutung der Protokolle von NATO-Tagungen hin und gab praktische Fallbeispiele zu den Themenkomplexen Sicherheit und Abrüstung wie die START-I und II- sowie die KSZE-Verträge.

Zuschauer

Nach jedem Vortrag diskutierte die Zuhörerschaft sehr rege mit

Bundeswehr/Annette Besser

Programmpunkte

von Peter Lieb

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