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8. September 1926 - Geschichte kompakt

Beitritt Deutschlands zum Völkerbund

Beitritt Deutschlands zum Völkerbund

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Der Versailler Vertrag von 1919 beendete nicht nur den Ersten Weltkrieg zwischen dem Deut­schen Reich und den westlichen Sie­germächten. Darüber hinaus hob er die erste übernationale Organisation „zur Gewährleistung des internationa­len Friedens und der internationalen Sicherheit“ aus der Taufe – den Völ­kerbund. 

schwarz-weiß-Foto mit vier Männern, die um einen Tisch herum sitzen

Genf: Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, am Rande der Völkerbundsversammlung in einem Genfer Hotel: Außenminister Gustav Stresemann, Austin Chamberlain, Aristide Briand, Staatssekretär Karl von Schubert (von links nach rechts)

Bundesarchiv, Bild 102-13209/ o. Ang.

Die Außenpolitik von Gustav Stresemann

Deutschland, dem die Sieger­mächte die Alleinschuld am Beginn des Krieges anlasteten, blieb von ihm zu­nächst ausgeschlossen. Erst die Außenpolitik Gustav Strese­manns, 1923 für kurze Zeit Reichskanzler und von 1923 bis zu seinem Tod 1929 Reichsaußenminister, wies auch für Deutschland den Weg zu einer Normali­sierung der internationalen Beziehun­gen. 

Wiederaufstieg auf dem Weg gegenseitiger Verständigung

Als „Vernunftrepublikaner“ und nationaler Machtpolitiker gleicherma­ßen versuchte er, eine Revision des Ver­sailler Vertrages und den Wiederaufstieg Deutschlands als europäische Groß­macht zu erreichen – allerdings auf dem Wege der gegenseitigen Verständigung und vor allem dadurch, dass Deutsch­land sein volkswirtschaftliches Gewicht in die Waagschale warf. Eine gewalt­same Überwindung der Nachkriegsord­nung kam für ihn schon aufgrund der militärischen Schwäche der Reichswehr nicht in Frage. 

Schrittweise Annäherung und Abschluss der Verträge von Locarno

Nach einer schrittweisen Annäherung an Frankreich und dem Abschluss der Locarno-Verträge 1925 ge­lang bereits ein Jahr später die Auf­nahme Deutschlands in den Völkerbund als ständiges Mitglied des Völkerbundra­tes neben Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Unwidersprochen blieb dies nicht: Das Gründungsmitglied Brasilien, das trotz seines politischen Gewichts in Südamerika keinen ständi­gen Sitz im Rat hatte, protestierte und erklärte seinen Austritt. Für Deutsch­land allerdings war ein großer Schritt auf dem »langen Weg nach Westen« (Hein­rich August Winkler) getan.

Der Beitrag erschien in der Ausgabe 3/2026 der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“.

von Dennis Werberg

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Geschichte kompakt

„Geschichte kompakt“ ist eine Rubrik der Zeitschrift „Militärgeschichte“. Die Beiträge konzentrieren sich auf wesentliche Fakten und ordnen die Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang ein.

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