Counter-Terrorism and Hybrid Threats: Handlungsempfehlungen für Bundeskanzler in Wien
- Datum:
- Ort:
- Wien
- Lesedauer:
- 2 MIN
Vom 2. bis 3. Juni 2026 führte das Department für Sicherheitsforschung der Universität für Weiterbildung Krems die „1st Expert‘s Conference on European Counter-Terrorism“ durch. Das ZMSBw war mit Oberst Dr. Johann Schmid, dem Projektbeauftragten für den Themenkomplex Hybride Kriegführung, vertreten.
v.l.n.r.: Oberst Dr. Johann Schmid (ZMSBw), Dr. Colin P. Clarke (Executive Director, The Soufan Center, USA), Oberst Ernst Felberbauer (Nationale Verteidigungsakademie, Wien, AUT), Prof. Dr. Giray Sadik (Ankara Yildirim Beyazit University, TUR)
Andrea ReischerZwei Tage lang diskutierten Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger, Militärs sowie Experten aus den Bereichen Nachrichtendienste, Strafverfolgung und Zivilgesellschaft im Rahmen von Keynotes, hochrangigen Panels und interaktiven Debatten die sich rasant wandelnde und sich zunehmend hybrid gestaltende Bedrohungslage. Organisiert wurde die Konferenz durch Dr. Nicolas Stockhammer aus dem Department für Sicherheitsforschung der Universität Krems.
Inhaltlicher Ausgangspunkt der Debatte war das sich wandelnde sicherheitspolitische Umfeld: die multiplen Krisen und Konfliktsituationen, geopolitischen Rivalitäten und hybriden Bedrohungen. Terrorismus bleibe in diesem Kontext eine taktische Methode und damit dauerhaft eine sicherheitspolitische Herausforderung für Europa, so der Befund.
Inspiriert werde Terrorismus insbesondere durch radikale Ideologien, etwa den politischen Islam (Islamismus). Terrorakteure würden zunehmend jünger (vermehrt Teenager), radikalisierten sich meist online (TikTok) in kürzester Zeit („Turboradikalisierung“) und agierten vermehrt als Einzeltäter. Die Verbindung zwischen islamistischen und linksradikalen Akteuren und deren “Marsch durch die Instanzen“ stelle dabei eine besondere Herausforderung dar. Abwehr und Bekämpfung seinen daher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen.
v.l.n.r.: Oberst Dr. J. Schmid (ZMSBw) mit Dr. Colin P. Clarke (Executive Director, The Soufan Center, USA) mit Impulsen zum Panel: "Counter Terrorism and Hybrid Threats - The European Perspective"
Andrea ReischerIm Panel „Counter-Terrorism and Hybrid Threats – The European Perspective” machte Oberst Dr. Schmid deutlich, dass Terror und Terrorismus auch im übergeordneten Gesamtkontext hybrider Kriegführung zu betrachten seien. Er vertrat dabei die These, dass sich Krieg und Konflikt zunehmend hybrid gestalteten. Terror und Terrorismus fügten sich als nahezu 'perfekte asymmetrische Waffen' (im negativen Sinne) in den Kontext hybrider Kriegführung. Schmid zeigt dafür drei Gründe auf, die sich auf das Wesen hybrider Kriegführung beziehen:
v.l.n.r.: Dr. Giray Sadik (TUR) , Dr. Colin P. Clarke (USA), Oberst Ernst Felberbauer (AUT), Mag. Dr. Nicolas Stockhammer (Department für Sicherheitsforschung, Universität für Weiterbildung Krems, AUT), Oberst Dr. Johann Schmid (ZMSBw)
Andrea ReischerZum Abschluss der Veranstaltung ergab sich ein besonderer Höhepunkt: Eine ausgewählte Gruppe Vortragender wurde von Bundeskanzler Christian Stocker zu einem vertiefenden Austausch ins Bundeskanzleramt nach Wien eingeladen. Oberst Dr. Johann Schmid hatte so die Möglichkeit, dem Bundeskanzler zu aktuellen Trends hybrider Kriegführung und Terrorismus vorzutragen und dabei Handlungsempfehlungen für Resilienzbildung, Abwehr und Verteidigung in Europa aufzuzeigen.
von Oberst Dr. Johann Schmid