Schellenbaum für den „Deutschen Kriegerbund New York" von 1909
- Datum:
- Ort:
- Hilden
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Die Lehrsammlung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden bewahrt viele musikgeschichtlich interessante Stücke. Der Schwerpunkt liegt auf der Militärmusik, aber hier sticht als besonderes Exponat ein Schellenbaum aus der Kaiserzeit heraus.
In der Artikelreihe „Ausgestellt“ stellen wir besondere und oft einzigartige Objekte aus den Sammlungen und Ausstellungen der Bundeswehr mit ihren Geschichten vor
Bundeswehr/Andrea NimpschDer letzte Deutsche Kaiser Wilhelm II. ließ den Schellenbaum als Geschenk für den „Deutschen Kriegerbund New York“, eine Vereinigung von Veteranenvereinen deutscher Immigranten im Bundesstaat New York in den USA, zu dessen 25-jährigem Bestehen im Jahr 1909 anfertigen. Auf der Spitze sitzt ein preußischer Adler mit ausgebreiteten Schwingen, darunter hängt ein besticktes Tuch, das den Reichsadler des Deutschen Kaiserreichs zeigt, über einem zentralen Stern mit dem Monogramm des Kaisers; Rossschweife in den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot, Glocke und Glöckchen komplettieren das prachtvolle Instrument.
Zwar kann der Schellenbaum, wenn er mit Glöckchen oder Schellen bestückt ist, als Instrument verwendet werden, doch hatte er eher repräsentative Funktion - zumal wenn er mit Symbolen, Hoheitszeichen oder Initialen geschmückt ist, wie das vorliegende Stück.
Seinen Ursprung hat der Schellenbaum in der osmanischen Militärmusik. Seit dem 18. Jahrhundert verbreitete sich sein Gebrauch in Europa.
Der im Auftrag des Kaisers gefertigte Schellenbaum in der Ausstellung der Lehrsammlung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr im rheinischen Hilden
Bundeswehr/Paul StöherDas beim Ausbildungsmusikkorps in Hilden verwahrte Stück wurde dem „Deutschen Kriegerbund New York“ zu seinem Silberjubiläum durch Prinz Adalbert, dem dritten Sohn von Kaiser Wilhelm II., persönlich übergeben. In der Übergabeurkunde stand ausdrücklich, dass bei Auflösung des Kriegerbundes der Schellenbaum nach Deutschland zurückzuführen sei. So gelangte er im Jahr 1990 nach Deutschland zurück und ging an den Verein „Deutscher Marinebund e.V.“. Dieser übergab den Schellenbaum unmittelbar dem Militärmusikdienst der Bundeswehr.
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von Paul HoffmannIn der Artikelreihe „Ausgestellt“ stellen wir besondere und oft einzigartige Objekte aus den Sammlungen und Ausstellungen der Bundeswehr mit ihren Geschichten vor.