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Ausgestellt

Das Motto der Deichretter beim Elbehochwasser 2002

„Zeit ist Sandsack“ – mit diesem Leitspruch auf der Heckklappe eines Transporters zogen die Kameradinnen und Kameraden der Unteroffizierschule der Luftwaffe aus Appen in den Einsatz beim Elbehochwasser im Sommer 2002.

Teaserbild der Reihe Ausgestellt mit der Heckklappe

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr präsentiert hier besondere Objekte aus einer der mehr als 100 Sammlungen

Bundeswehr/Andrea Nimpsch

Im Einsatz gegen drohende Deichbrüche

Der Spruch – in Anspielung auf “Zeit ist Geld“ – ist wohl nur in seinem Zusammenhang zu verstehen: Nach massiven Regenfällen im August 2002 führten die Elbe und ihre Nebenflüsse übermäßig starkes Hochwasser. Deiche weichten auf und drohten zu brechen. Vielerorts rückte die Bundeswehr im Rahmen der Amts- und Katastrophenhilfe aus. In den deutschen Überschwemmungsgebieten kämpften mehr als 45.000 Soldaten gegen die Wassermassen und ihre Folgen. Auch die Unteroffizierschule der Luftwaffe (USLw) in Appen bei Hamburg wurde einbezogen und zwar die gesamte USLw: Ausbilder und Lehrgangsteilnehmende in der Stärke von 800 Mann. Ihr Einsatz erfolgte nahe des Ortes Pisselberg im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), einem „Gefahrenbrennpunkt“, wie die Presse seinerzeit schrieb. Unter den Soldaten der USLw war auch der heutige Stabsfeldwebel G. Er brachte den Schriftzug “Wir halten den Deich. Zeit ist Sandsack“ an der Heckklappe an – als „Mutmacher“ für die Bevölkerung.

olivgrüne Heckklappe eines Bullis mit weißem Schriftzug

Das Motto auf der Heckklappe versinnbildlicht den wichtigen Beitrag der Bundeswehr für Hilfseinsätze im Katastrophenfall

Bundeswehr/Daniel Schilling

Die Menschen vor Ort versorgten die Soldaten, die tagsüber unter der Hitze und nachts unter den Mücken litten, mit selbstgebackenem Kuchen und frischem Kaffee oder kalten Getränken, die sie in kleinen Handwagen an den Deich brachten. So verstärkten sich das Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Bevölkerung und die Motivation der Soldaten weiter.

Eine prägende Erinnerung in der Regionalen Ausstellung

20 Jahre später griff Stabsfeldwebel G. wieder zur Kreide: In Vorbereitung der Regionalen Ausstellung der USLw in Appen brachte er auf einer eigens dafür beschafften Heckklappe den Schriftzug erneut an. Das Motto der Deichretter auf der Heckklappe versinnbildlicht nicht nur den wichtigen Beitrag der Bundeswehr für Hilfseinsätze im Katastrophenfall. Es erinnert auch daran, dass die von der Flut betroffenen Menschen gemeinsam mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr halfen, die Katastrophe einzudämmen.

Foto und Text zum Herunterladen

von Michael Schmidt

Ausgestellt

In der Artikelreihe "Ausgestellt“ stellen wir besondere und oft einzigartige Objekte aus den Sammlungen und Ausstellungen der Bundeswehr mit ihren Geschichten vor.

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