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In deutscher Kriegsgefangenschaft: Sowjetische Soldatinnen

Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 meldeten sich Frauen freiwillig bei der Roten Armee, um zu kämpfen. Sie wurden auch von der Wehrmacht gefangen genommen. Hauptmann Luisa Eckert und Obergefreiter der Reserve Philipp Janssen vom ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr sprechen über die sowjetischen Soldatinnen in deutscher Kriegsgefangenschaft.

Eine Frau und ein Mann in Uniform sitzen vor einem Mikrofon im Podcastraum

Hauptmann Luisa Eckert und Obergefreiter Philipp Janssen sprechen über Soldatinnen der Roten Armee in deutscher Kriegsgefangenschaft.

Bundeswehr/Annette Besser

Bis zu einer Million Frauen kämpften aus ganz unterschiedlichen Gründen in den Reihen der Roten Armee. Anfangs noch freiwillig, wurden Frauen später teilmobilisiert. Wie ihre männlichen Kameraden ergaben sich auch Frauen der deutschen Wehrmacht, liefen dann aber Gefahr erschossen zu werden. Gründe dafür waren unter anderem das Novum weiblicher Soldaten wie auch die deutsche Propaganda über die so genannten „Flintenweiber“.

Wenn sie die Gefangennahme überlebten

Als Kriegsgefangene wurden die Soldatinnen wie ihre Kameraden durch das deutsche Kriegsgefangenensystem geschleust und erlebten zunächst dasselbe Schicksal. Doch wusste die Wehrmacht nicht, wie sie mit den Frauen umgehen sollte, und so entzog man ihnen völkerkriegswidrig den Status als Kriegsgefangene und degradierte sie zu so genannten Ostarbeiterinnen. Frauen, die sich dem widersetzten, liefen Gefahr, in ein Konzentrationslager eingeliefert zu werden. Nachdem die ehemaligen Soldatinnen die Zwangsarbeit oder das Konzentrationslager überlebt hatten, kehrten sie in ihre Heimat zurück, wo sie jedoch trotz ihres Dienstes in der Roten Armee und den Entbehrungen der Gefangenschaft wenig freundlich begrüßt wurden.

Gesprächspartner

Hauptmann Luisa Eckert ist Historikerin im Forschungsbereich Deutsche Militärgeschichte bis 1945 am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Für ihre Dissertation zu Rotarmistinnen in Kriegsgefangenschaft mit Schwerpunkt auf dem Konzentrationslagerwesen wertete sie die Dokumente von 540 Rotarmistinnen aus. Ihre Arbeit zeigt auf, welche große Rolle Geschlecht als Ordnungskategorie in der männlich dominierten Kriegsrealität einnimmt. Für ihre Arbeit „Keine Kameradinnen? – Kriegsgefangene Rotarmistinnen auf ihrem Weg durchs deutsche Lagersystem 1941-1945 mit Schwerpunkt auf dem Konzentrationslagerwesen“ erhielt sie im Jahr 2025 den 2. Preis des Förderpreises für Militär- und Militärtechnikgeschichte.

Obergefreiter der Reserve Phillip Jansen hat Geschichte in Bochum und Berlin studiert und ist Host des Podcast „Anno PunktPunktPunkt“.

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Bundeswehr/Annette Besser

Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 meldeten sich Frauen freiwillig bei der Roten Armee und wurden auch von der Wehrmacht gefangen genommen. Wie erging es ihnen dort? Vom Entzug des Kriegsgefangenenstatus zur "Ostarbeiterin".

Audio-Transkription
von Philipp Janssen

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Militärhistorische und -soziologische Themen im Interview mit Expertinnen und Experten

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