Humboldt Forum
Schloßplatz
101178 Berlin
Vom Straßennamen bis zum Dinosaurierskelett: Die koloniale Vergangenheit Deutschlands ist allgegenwärtig. Die konkreten Auswirkungen kolonialer Kriege rücken jedoch noch selten in den Fokus. Eine neue Publikation des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und die Ausstellung „Geschichte(n) Tansanias“ im Humboldt Forum Berlin widmen sich explizit den kolonialen Kontexten in Ostafrika.
Tanja Bührer, Kolonialkriege in Ostafrika 1885–1914
Reclam 2025Die Historikerin Tanja Bührer befasst sich in ihrem im Reclam-Verlag in der Reihe „Kriege der Moderne“ veröffentlichten Band mit den Kolonialkriegen in Ostafrika, die dieses Handeln möglich machten. Sie schildert, wie afrikanische Kriegsparteien die Initiative zum Angriff gegen die fremden Invasoren ergriffen, und setzt sie in die größeren Zusammenhänge der europäischen Expansion des fin de siècle. Bührer rückt auch die Bedeutung von afrikanischen Frauen als Akteurinnen im Krieg in den Fokus. Sie zeigt auf, dass diese keinesfalls nur im Stereotyp des Opfers begriffen werden dürfen, sondern als weibliche Akteurinnen durchaus Einfluss auf den Verlauf von Kolonialkriegen hatten.
Im November 2024, wurde im Humboldt Forum Berlin die in enger Zusammenarbeit mit dem National Museum of Tanzania und Communities aus Tansania erarbeitete Ausstellung “Geschichte(n) Tansanias” eröffnet. Sie zeigt: Die Folgen von Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt wirken bis in die Gegenwart. Während des Kolonialismus wurden Tausende von cultural belongings nach Deutschland gebracht. In der Ausstellung werden anhand von diversen Erzählungen und Perspektiven die jahrhundertelangen Verflechtungen des heutigen Tansanias gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zeitraum der kolonialen Unterdrückung durch Kriege und Ausbeutung.
Im Rahmen der Veranstaltung erfolgt der Verkauf des Bandes über die Buchhandlung im Humboldt Forum.
Tanja Bührer, geboren 1974, ist seit 2023 Professorin für Globalgeschichte an der Paris Lodron Universität Salzburg. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr an. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen u. a. die Kolonial- und Globalgeschichte sowie die Geschichte der Gewalt.
| Uhrzeit | Ablauf |
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| 17:00 | Begrüßung
Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh Generalintendant und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Humboldt Forum
Grußwort
Oberst Dr. Frank Hagemann Kommandeur des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr o.V.i.A. |
| 17:15 | Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Tanja Bührer Paris Lodron Universität Salzburg
Maike Schimanowski Co-Kuration der Ausstellung „Geschichte(n) Tansanias
Dr. Frank Reichherzer ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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| Anschließend | Stehempfang |
Cornelia Juliane Grosse
Telefon: 0331 9714 562
CorneliaGrosse@bundeswehr.org
Oberstleutnant Michael Gutzeit,
Leiter der Informationsarbeit
Telefon: 0331 9714 400
ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org
Der Eintritt ist frei. Keine Sitzplatzgarantie.
Im Rahmen der Veranstaltung werden Foto- und Filmaufnahmen gemacht. Diese können für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation sowie in Online- und Printmedien veröffentlicht werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung einverstanden.
Humboldt Forum
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Aktuelle Forschungserkenntnisse für ein breites Publikum: Analyse militärischer Krisen und Konflikte mit politischen und kulturellen Zusammenhängen.