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Historisches Dokument

Angetreten in Andernach

Historische Bildung
Datum:
Ort:
Andernach
Lesedauer:
2 MIN

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Am 20. Januar 1956 begrüßte Bundeskanzler Konrad Adenauer die in Andernach angetretenen Soldaten in feierlicher Form, um dem Stimmungsbild in der (noch sehr kleinen) Truppe Rechnung zu tragen.

Maschinenschriftliches Dokument

Die historischen Dokumente sind Kopien von Originalen aus dem Bundesarchiv-Militärarchiv.

Bundewehr/Andrea Nimpsch

Diese ersten Soldaten der Bundeswehr waren bereits am 12. November 1955 unter großem Interesse der Medien vereidigt worden. Die Vereidigung hatte aber nach Ansicht sehr vieler Soldaten in der äußeren Form nicht dem entsprochen, was sie für einen so bedeutenden staatlichen Akt wie die Neuaufstellung von Streitkräften für angemessen hielten.

Unsere Quelle sind die vom Leiter Abteilung IV (Streitkräfte) im BMVgBundesministerium der Verteidigung, Generalleutnant Hans Speidel, vorgelegten Vortragsnotizen inklusive Ablaufplan für die Veranstaltung in Andernach, dem Standort der Lehrkompanien des Heeres. Die Luftwaffenlehrkompanie reiste aus Nörvenich in Nordrhein-Westfalen an. Die Lehrkompanie der Marine in Wilhelmshaven war ebenso durch eine Abordnung vertreten wie die militärischen Abteilungen des BMVgBundesministerium der Verteidigung, dem die wenigen schon bestehenden militärischen Einheiten unmittelbar unterstanden. Nicht fehlen durften auch die hier noch als Militärpolizei bezeichneten Feldjäger.

Maschinenschriftliches Dokument mit handschriftlichen Bemerkungen

Unsere Quelle enthält die vom Leiter Abteilung IV (Streitkräfte) im BMVgBundesministerium der Verteidigung, Generalleutnant Hans Speidel, vorgelegten Vortragsnotizen inklusive Ablaufplan für die Veranstaltung in Andernach.

Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv

Parlamentsarmee im Werden

Um die Auswahl der Ehrengäste entstand Verstimmung. Das BMVgBundesministerium der Verteidigung hatte zwar sämtliche in Bonn akkreditierten Militärattachés der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten sowie Vertreter der amerikanischen Military Assistance Advisory Group (MAAG) eingeladen, hingegen niemanden aus dem Präsidium des Bundestags. Lediglich vier Abgeordnete aus Verteidigungs- und Haushaltsausschuss standen auf der Liste der Ehrengäste, darunter die SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands-Abgeordneten Fritz Erler und Erwin Schoettle. Beide rügten die mangelnde Berücksichtigung des Bundestags und blieben der Veranstaltung aus Protest fern.

Dass hier eine Parlamentsarmee im Entstehen war, war also nicht von vornherein offensichtlich. Adenauer betrachtete die neuen Streitkräfte ausschließlich als Bestandteil und Instrument der Exekutive. In seiner Ansprache hob er neben dem Primat der politischen Führung die Bedeutung der Abschreckung hervor und betonte die zentrale Aufgabe, „durch [...] ständige Abwehrbereitschaft [...] das Grauen eines Krieges [zu] verhüten“. Er adressierte die angetretenen Kameraden als “Soldaten der neuen Streitkräfte“. Von der Bundeswehr konnte er noch nicht sprechen, weil sich der Verteidigungsausschuss des Bundestags erst am 20. Februar 1956 auf diesen Namen verständigte.

Spartanische Anfänge

Nach Adenauers Rede sollten die Truppenunterkünfte besichtigt werden – freilich nur von den Ehrengästen, wie wir auf Seite 2 lesen: „Für die Presse besteht an diesem Tage keine Möglichkeit, an der Besichtigung teilzunehmen“. Der Dienstbetrieb am Standort Andernach war erst zum Jahresbeginn aufgenommen worden. Bis 1954 hatten französische Besatzungstruppen ihn genutzt. Die Unterkünfte scheinen so spartanisch gewesen zu sein, dass man im BMVgBundesministerium der Verteidigung zu der Einschätzung gelangt war, ihre Präsentation in den Medien sei keine gute Werbung für freiwilligen Wehrdienst. Man wollte den Ostblock, jedoch keine potentiellen Bewerber abschrecken. Es galt noch keine allgemeine Wehrpflicht. Man war auf möglichst viele Freiwillige angewiesen, um die selbst gesteckten Aufwuchsziele zu erreichen.

Die feierliche Würdigung der Soldaten durch den Bundeskanzler sollte sowohl der Truppe als auch der Bevölkerung die große Bedeutung der neuen Streitkräfte vor Augen führen.

Text und Dokument zum Herunterladen

von Christoph Kuhl

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Die abgebildeten historischen Dokumente sind Kopien von Originalen aus dem Bundesarchiv-Militärarchiv.

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