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28.01.23, Badische Neueste Nachrichten, Was sich aus Stalingrad lernen lässt

Oberstleutnant Dr. John Zimmermann über Staatenkriege im 20. und 21. Jahrhundert:

„Heute heißt Stalingrad lange wieder Wolgograd und liegt rund 500 Kilometer hinter der Front eines neuen Krieges. Vor beinahe einem Jahr fielen russische Verbände in der Ukraine ein und lösten einen in Europa nicht mehr vorstellbaren Staatenkrieg aus. Städte wie Isjum wurden jetzt von Osten aus erobert und von Westen her befreit, um Bachmut wir d seit Monaten kaum weniger bestialisch gekämpft als seinerzeit in Stalingrad. Die russische Armee, die sich in der Tradition der Roten Armee wähnt, muss in ähnlich zähen und brutalen Gefechten zurückgeschlagen werden wie damals die Wehrmacht. Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, der die 6. Armee bis nach Stalingrad führte, darf hier freilich nicht als Vergleich herangezogen werden. Er steht als beispielloses Verbrechen in der Weltgeschichte. Wohl aber zeigt sich seine Vorgeschichte als Mahnung: Die Anwendung militärischer Gewalt ist ausschließlich mit der Verteidigung oder Wiederherstellung von Recht und Freiheit zu legitimieren. Dies ist eine Lehre aus der deutschen Geschichte.“

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