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Forschung am ZMSBw als Reservedienstleistung

Hoffmann

Oberstleutnant d.R. Prof. Dr. Erwin Hoffmann am ZMSBw

Drei Wochen nahm sich Oberstleutnant d. R. Prof. Dr. Erwin Hoffmann, der im Hauptberuf Studiendekan für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Düsseldorf ist, um im Rahmen einer Reservedienstleistung am ZMSBw zur Geschichte der Offizierausbildung zu forschen.

Vom 06.02. bis zum 24.02.2023 absolvierte Oberstleutnant d.R. Prof. Dr. Erwin Hoffmann eine Reservedienstleistung (RDL) am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften (ZMSBw) der Bundeswehr in Potsdam. Betreut wurde er hier von Prof. Dr. Martin Elbe. Der Kontakt zum ZMSBw und zu Prof. Dr. Elbe bestand schon seit einigen Jahren. So hatte Prof. Dr. Hoffman bereits 2017 als Gast ein Symposium in Potsdam besucht und ein Jahr später selbst einen Vortrag am ZMSBw gehalten zu den Unterschieden in der Führungskräfteausbildung von Offizieren der Bundeswehr und von zivilen Managern. In der Folge gab es weitere Kooperationen der beiden Wissenschaftler bei Buchveröffentlichungen zu militärsoziologischen Themen.

Offizier und Forscher 

Prof. Dr. Hoffmann ist ehemaliger Truppenoffizier (SaZ12) und ist als Reservist eigentlich beordert an der Offizierschule des Heeres (OSH), wo er im Rahmen von RDLs im Bereich des Qualitätsmanagements der Lehre arbeitet. Hier ergab sich dann aber auch der Anlass zur Übung am ZMSBw: Hoffmann, der neben einem Magisterabschluss in Sozialwissenschaft über einen ebensolchen Abschluss als Historiker verfügt, fiel an der OSH ein an einer der Flurwände hängender gemalter Stammbaum auf, der die Offizierschulen Deutschlands von der frühen Neuzeit bis in die heutige Zeit zeigt. Dies war der Auslöser, der Frage nachzugehen, wie genau in der Vergangenheit (angehende) Offiziere aus- und weitergebildet wurden. Nach einigen anfänglichen Recherchen nahm Hoffmann Verbindung zum ZMSBw – als wichtigste und größte militärhistorische Forschungseinrichtung – auf. Die daraufhin organisierte RDL hatte auf der einen Seite das Ziel, das Forschungsprojekt „Geschichte der Offizierausbildung“ nach vorne zu treiben und auf der anderen Seite, ganz konkret einen wissenschaftlichen Workshop zum Thema der Geschichte des Personalmanagements der Bundeswehr (geplant für 2024) vorzubereiten. Beiden Themen nahm sich Hoffmann in Absprache mit Prof. Dr. Elbe an.

Zugriff auf historische Quellen

Neben zahlreichen Besprechungen, an denen Prof. Dr. Hoffmann teilnahm, war für ihn vor allem die sehr gut ausgestattete Bibliothek des ZMSBw ein zentraler Anlaufpunkt. Gerade die sogenannten „Rara“ – also Werke, die vor 1900 gedruckt wurden, waren für die historische Betrachtung der Forschungsfrage wichtige Quellen. Innerhalb der drei Wochen währenden Übung gelang es Hoffmann ca. 130 „Treffer“ zu sichten und teilweise auch schon auszuwerten. Seine Zwischenergebnisse konnte er am 22.02. in einem internen Kolloquium präsentieren.

Interdisziplinäre Forschung

Der Forschungsansatz ist ein interdisziplinärer: Hoffmann, der an der Hochschule seit über 10 Jahren Personal- und Führungskräfteentwicklung lehrt und auch selbst fast 15 Jahre lang leitender Personalentwickler in einem Wirtschaftsunternehmen war, versucht, unter ausgewählten Perspektiven des strategischen Personalentwicklungsmanagements die Ausgestaltung der Offizierausbildung in den vergangenen etwa 300 Jahren zu beleuchten. Einer der Schwerpunkte wird die Untersuchung der jeweils zeitgenössischen Bildungseinrichtungen sein – also der Ritterakademien, Kriegs- und Offizierschulen und Kadettenanstalten. Für den zu betrachtenden Zeitraum konnte Hoffman bereits über 50 solcher Einrichtungen identifizieren. Bei der historischen Betrachtung der Offizierausbildung will Hoffmann immer den Einfluss von ereignisgeschichtlichen, militärhistorischen, politischen, kulturellen, bildungsgeschichtlichen, und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen: Welche dieser Entwicklungen nahm welchen Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung der Ausbildung von Offizieren in den jeweiligen Epochen und an den jeweiligen Bildungseinrichtungen? Welche Entwicklungsstränge sind zu beobachten und welche Brüche gab es in den Bemühungen, deutsche Offiziere die notwendigen Kompetenzen und die jeweiligen Werte zu vermitteln? Für die Beantwortung dieser Fragen will sich Hoffmann selbst mindestens drei Jahre Zeit geben. Das Projekt hat also erst begonnen, konnte aber mit den Ressourcen und der Unterstützung von Kollegen und Kameraden am ZMSBw gut in Gang gebracht werden.

Fazit: „Komme sehr gerne wieder!“

Prof. Dr. Hoffmann sagt selbst über seine Zeit am ZMSBw: „Selten habe ich eine so interdisziplinäre, hochqualifizierte und auch produktive Forschungsgemeinschaft, wie am ZMSBw erlebt. Und abgesehen davon habe ich viele sehr nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt! Deshalb möchte ich sehr gerne wiederkommen!“

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