Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam
Koloniale militärische Gewalt war kein episodisches Ausnahmephänomen. Sie bildete eine zentrale Praxis kolonialer Herrschaft. Zwischen Patrouille und Strafexpedition, zwischen „show of force“ und Vernichtungsfeldzug entstand im kolonialen Raum ein Ensemble militärischer Einsatzformen, das weit über den klassischen „Kolonialkrieg“ hinausreicht.
Der Original Titel aus der Zeit: "Askari im Kampf" symbolisiert allerdings nur eine Form militärischen Einsatzes und der Gewaltanwendung in kolonialen und imperialen Räumen.
BArch, Bild 105-DOA7086/Walther Dobbertin | CC BY-SA 3.0 DE (nachtr. bearb.)Der zweite Workshop des Projekts „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt“ richtet den Fokus auf diese Einsatzpraxis. Im Mittelpunkt stehen ihre Institutionalisierung, ihre routinierte Anwendung und ihre Radikalisierung. Wie wurden aus temporären „Unternehmungen“ dauerhafte Gewaltordnungen? Welche Rolle spielten Marine, Schutztruppe und lokale Gewaltakteure? Und wie wirkten politische, administrative und ökonomische Interessen auf militärische Entscheidungen ein?
Ziel des Workshops ist es, koloniale Einsatzpraxis empirisch zu präzisieren, ihre strukturellen und situativen Dynamiken herauszuarbeiten und die Tragfähigkeit des Konzepts eines kolonialen „Gewaltkontinuums“ kritisch zu prüfen.
Donnerstag, 7. Mai 2026 | |
|---|---|
| 11:55 Uhr | Begrüßung Kommandeur ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr o.V.i.A. |
| 12:30 Uhr | Einführung Keynote Pierre Köckert, Potsdam
Moderation: Kevin Lenk, Heidelberg/Paris |
| 13:30 Uhr | Pause |
| 14:00 Uhr | Panel I: Vom Expeditionsunternehmen zur Gewaltordnung: Institutionalisierung kolonialer Einsatzpraxis Moderation Christian Stachelbeck, Potsdam Das militärische Gewaltmonopol in Kamerun zwischen 1884 und 1914. Strukturierung und Vorgehensweise Der „Kolonialpionier“ Curt von Morgen. Von der Forschungsexpedition zur Entstehung der Schutztruppe für Kamerun |
| 16:30 Uhr | Pause |
| 17:00 | Panel II: Zwischen Strafaktion und Machtdemonstration: Routinen kolonialer Einsatzführung
450 Expeditionen und „eine Anhäufung zusammengeraffter Beute“
Beilegung der Unruhen in Samoa durch das Kreuzgeschwader der Kaiserlichen Marine (1909) |
| 18:30 | Ende des ersten Tages |
| Freitag, 8.Mai 2026 | |
Panel III: Eskalation und Radikalisierung kolonialer Einsatzpraxis: Gewalt zwischen Expedition, Gefecht und Vernichtungskrieg
Militärische Gewalt und die Rolle der Askaris in Richard Kandts Reisebericht „Caput Nili“
Das Gefecht von Liang-Hsiang-Hsien (II. Seebataillon)
„Afrika“-Erfahrung und extreme Gewalt. | |
| 11:15 | Pause |
| 11:45 Uhr | Abschlussdiskussion und Synthese |
Organisationsteam
Pierre Köckert, Frank Reichherzer und Christian Stachelbeck
Teilnahmegebühr
5 Euro
Hier können sie den Programmflyer al PDF-Datei dowloaden.
Flyer "Militärische Einsatzpraxis im kolonialen Raum" PDF, barrierefrei, 596 KB
.
Um Anmeldung wird bis zum 01.05.2026 gebeten, an:
Für Medienvertretende
Oberstleutnant Michael Gutzeit
Telefon: 0331 9714 400
ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org
Im Rahmen der Veranstaltung werden Fotoaufnahmen gemacht. Diese können für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation sowie in Online- und Printmedien veröffentlicht werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung einverstanden.
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