Inhalt
Workshop

Militärische Einsatzpraxis im kolonialen Raum

Potsdam, ZMSBw

Koloniale militärische Gewalt war kein episodisches Ausnahmephänomen. Sie bildete eine zentrale Praxis kolonialer Herrschaft. Zwischen Patrouille und Strafexpedition, zwischen „show of force“ und Vernichtungsfeldzug entstand im kolonialen Raum ein Ensemble militärischer Einsatzformen, das weit über den klassischen „Kolonialkrieg“ hinausreicht.

Landschaft mit Wolken, Soldaten mit Gewhren in ihren Umrissen erkennbar. Rot eingefärbt.

Der Original Titel aus der Zeit: "Askari im Kampf" symbolisiert allerdings nur eine Form militärischen Einsatzes und der Gewaltanwendung in kolonialen und imperialen Räumen.

BArch, Bild 105-DOA7086/Walther Dobbertin | CC BY-SA 3.0 DE (nachtr. bearb.)

Der zweite Workshop des Projekts „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt“ richtet den Fokus auf diese Einsatzpraxis. Im Mittelpunkt stehen ihre Institutionalisierung, ihre routinierte Anwendung und ihre Radikalisierung. Wie wurden aus temporären „Unternehmungen“ dauerhafte Gewaltordnungen? Welche Rolle spielten Marine, Schutztruppe und lokale Gewaltakteure? Und wie wirkten politische, administrative und ökonomische Interessen auf militärische Entscheidungen ein?

Ziel des Workshops ist es, koloniale Einsatzpraxis empirisch zu präzisieren, ihre strukturellen und situativen Dynamiken herauszuarbeiten und die Tragfähigkeit des Konzepts eines kolonialen „Gewaltkontinuums“ kritisch zu prüfen.

Programm

Donnerstag, 7. Mai 2026

11:55 UhrBegrüßung
Kommandeur ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr o.V.i.A.
12:30 Uhr

Einführung
Christian Stachelbeck, Potsdam
 

Keynote
„Unterwerfen, strafen, vernichten“? Militärische Einsatzpraxis und die Logik kolonialer Gewalt

Pierre Köckert, Potsdam

 

Moderation: Kevin Lenk, Heidelberg/Paris

13:30 UhrPause
14:00 Uhr

Panel I: Vom Expeditionsunternehmen zur Gewaltordnung: Institutionalisierung kolonialer Einsatzpraxis

Moderation Christian Stachelbeck, Potsdam
 

Das militärische Gewaltmonopol in Kamerun zwischen 1884 und 1914. Strukturierung und Vorgehensweise
Richard Tsogang Fossi, Berlin
 

Der „Kolonialpionier“ Curt von Morgen. Von der Forschungsexpedition zur Entstehung der Schutztruppe für Kamerun
Christian Senne, Plön

16:30 UhrPause
17:00

Panel II: Zwischen Strafaktion und Machtdemonstration: Routinen kolonialer Einsatzführung
Moderation: Luisa Eckert, Potsdam

 

450 Expeditionen und „eine Anhäufung zusammengeraffter Beute“
Yann LeGall, Berlin

 

Beilegung der Unruhen in Samoa durch das Kreuzgeschwader der Kaiserlichen Marine (1909)
Daniel Schneider, Hilgenroth

18:30Ende des ersten Tages
Freitag, 8.Mai 2026
 

Panel III: Eskalation und Radikalisierung kolonialer Einsatzpraxis: Gewalt zwischen Expedition, Gefecht und Vernichtungskrieg
Moderation: Frank Reichherzer, Potsdam

 

Militärische Gewalt und die Rolle der Askaris in Richard Kandts Reisebericht „Caput Nili“
Anne Peiter, Réunion

 

Das Gefecht von Liang-Hsiang-Hsien (II. Seebataillon)
Martin Schulz, Potsdam

 

„Afrika“-Erfahrung und extreme Gewalt.
Lothar von Trothas Weg zum Völkermord

11:15Pause
11:45 Uhr Abschlussdiskussion und Synthese


Hinweise

Organisationsteam

Pierre Köckert, Frank Reichherzer und Christian Stachelbeck

Teilnahmegebühr

5 Euro

Flyer

Hier können sie den Programmflyer al PDF-Datei dowloaden.

Flyer "Militärische Einsatzpraxis im kolonialen Raum" PDF, barrierefrei, 596 KB
Landschaft mit Wolken, Soldaten mit Gewhren in ihren Umrissen erkennbar. Rot eingefärbt.

BArch, Bild 105-DOA7086/Walther Dobbertin | CC BY-SA 3.0 DE (nachtr. bearb.)

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Anmeldung

Um Anmeldung wird bis zum 01.05.2026 gebeten, an:

Pierre Köckert

Für Medienvertretende

Oberstleutnant Michael Gutzeit

Telefon: 0331 9714 400

ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org

Im Rahmen der Veranstaltung werden Fotoaufnahmen gemacht. Diese können für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation sowie in Online- und Printmedien veröffentlicht werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung einverstanden.

Veranstaltungsort

Villa Ingenheim, traditionsreiches Gebäude im Westen von Potsdam

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam

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