TU Dortmund
Rudolf-Chaudoir-Pavillon
August-Schmidt-Str. 1
44227 Dortmund Veranstalter Dortmund
Kriege werden meist als Konflikte zwischen Menschen verstanden. Tatsächlich verändern sie aber auch Landschaften, Tierwelten und Ökosysteme – und zugleich prägen Umweltbedingungen und Tiere den Verlauf militärischer Auseinandersetzungen. Diesen Wechselwirkungen widmet sich die internationale Konferenz „Natur – Tiere – Krieg. Beziehungen und Wechselwirkungen von der Antike bis in die Gegenwart“. Die Veranstaltung findet vom 16. bis zum 18. September 2026 an der TU Dortmund statt.
Bild für eine ISAF-Reportage: Unterwegs mit dem Maultier in Tawa Tash
2004 Bundeswehr/ KunduzIm Zentrum der Konferenz steht die Frage, wie Natur- und Tierwelten im Kontext von Krieg und Gewalt verstanden werden können – nicht nur als Ressourcen, sondern auch als eigenständige Akteure, Resonanzkörper und Formen des Widerstands. Dabei richtet die Tagung ihre Aufmerksamkeit auf die historische Wirkmächtigkeit nichtmenschlicher Entitäten – etwa von Landschaften, Klima, Rohstoffen, Tieren oder Mikroorganismen – und auf ihre vielfältigen Verflechtungen mit menschlichen Gesellschaften in Kriegssituationen.
Ausgehend von einer multispezies- und umwelthistorischen Perspektive, die Tiere und Natur gleichermaßen berücksichtigt, sollen anthropozentrische Engführungen überwunden und militärgeschichtliche Narrative neu konturiert werden. Die Tagung versteht Krieg nicht allein als menschliche Handlungssphäre, sondern als Geflecht wechselseitiger Einwirkungen, in dem menschliche und nichtmenschliche Körper gleichermaßen verletzlich sind, Gewalt ausüben und von ihr geprägt werden. Im Mittelpunkt stehen Naturkräfte, Tiere, Vegetation und Mikroorganismen als Akteure, deren Handlungsmacht sich in asymmetrischen, aber wirksamen Beziehungen entfaltet.
Vietnam. Entlaubungsmission, Hubschrauber versprüht Entlaubungsmittel über landwirtschaftliche Nutzfläche.
US-Army, Brian K. Grigsby, (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Defoliation_agent_spraying.jpg), public domainDer Konferenz liegt damit ein methodischer Dreischritt zugrunde: Militärgeschichte liefert das analytische Gerüst zur Untersuchung von Organisation, Technik, Logistik und Ideologie; Umweltgeschichte erschließt die Bedingungen und Folgen militärischer Eingriffe in Landschaften, Ressourcen und Ökosysteme; Tiergeschichte rückt die tierlichen Körper als gezüchtete, trainierte, mobilisierte oder getötete Akteure in den Fokus. Diese Triangulation erlaubt es, Krieg sowohl als soziales und politisches wie auch als naturkultürliches Phänomen zu fassen. Die Konferenz möchte die Ansätze nicht additiv, sondern relational verschränken: Wie prägten Naturbedingungen militärische Strategien? Welche Rolle spielten Tiere in Logistik, Symbolik und Gewaltpraxis? Und wie wirkten die Eingriffe des Militärischen langfristig auf Ökosysteme, Artenvielfalt und interspezifische Koexistenz zurück?
Die Tagung ist transdisziplinär und international ausgerichtet und bringt Forschende aller Karrierestufen aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Sie bietet ein Forum für den Austausch unterschiedlicher Forschungsansätze und Methoden und eröffnet neue Perspektiven auf das Verhältnis von Natur, Tieren und Krieg. Ergänzt wird die Tagung durch eine kleine Ausstellung historischer Fotografien und Gemälde, die zentrale Themen der Konferenz visuell erschließt.
Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Um sprachliche Barrieren abzubauen und eine breitere internationale Teilhabe zu ermöglichen, setzen wir KI-gestützte Simultanübersetzung ein.
Aufgrund einer zeitgleich stattfindenden Großveranstaltung sind die Hotelpreise in Dortmund während des Tagungszeitraums außergewöhnlich hoch. Wir empfehlen daher, eine Unterkunft in Bochum zu buchen. Von Bochum Hauptbahnhof aus ist die TU Dortmund mit der S-Bahn in rund 14 Minuten erreichbar.
| Mittwoch, 16. Sept. 2026 | |
|---|---|
| 12:00 - 13:00 | Anmeldung / Registration |
| 13:00 - 13:15 | Begrüßung / Welcome |
| 13:15 - 14:00 | Einführung / Introduction (in English) Moderation: Alexander Reineke (Ruhr University Bochum)
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| 14:00 - 15:45 | Panel 1: Wissen und Wissenspraktiken (in German) Chair: Marcel Sebastian (TU Dortmund) Discussant: Mieke Roscher (Universität Kassel)
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| 15:45 - 16:15 | Kaffeepause / Coffee Break |
| 16:15 - 18:00 | Panel 2: Horses, Environment and Military Practices (in English) Chair: Martin Clauss (TU Chemnitz) Discussant: André Krebber (Albert Ludwig University of Freiburg)
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| 18:00 - 18:30 | Kaffeepause / Coffee Break |
18:30 - 20:00
| Keynote (in English) Anna-Katharina Wöbse (Albert Ludwig University of Freiburg) Picturing Wars. An Entangled Visual History of Animals, Environment, and the Military
Moderation: Christoph Nübel (Bundeswehr Centre of Military History and Social Sciences, Potsdam)
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| ab 20:00 | Empfang / Reception |
| Donnerstag, 17. Sept. 2026 | |
|---|---|
| 9:00 - 10:45 | Panel 3: „Slow Violence” – Ökologische Transformationen durch militärische Gewalt (in German) Chair: Timm Schönfelder (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, Leipzig) Discussant: Kerrin Langer (TU Dortmund)
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| 10:45 - 11:15 | Kaffeepause / Coffee Break |
| 11:15 - 13:00 | Panel 4: Außergewöhnliche Akteure im Zeitalter der Weltkriege (in German) Chair: Friederike Hartung (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam) Discussant: Marcel Sebastian (TU Dortmund)
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13:00 - 14:00
| Mittagspause / Lunchbreak |
| 14:00 - 16:00 | Panel 5: Symbols, Power and Representation (in English) Chair: André Krebber (Albert Ludwig University of Freiburg) Discussant: Lisa Kolb (University of Konstanz)
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| 16:00 - 16:30 | Kaffeepause / Coffee Break |
| 16:30 - 17:00 | Fotoausstellung “Natur – Tiere – Krieg” / Presentation of the Photo Exhibition ‘Nature – Animals – War’ Moderation: Jannes Bergmann (HU Berlin)
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| 17:00 - 18:00 | Neues aus dem AKM und Verleihung des Wilhelm-Deist-Preises für Militärgeschichte / Awarding of the Wilhelm Deist Prize (in German) |
ab 19:00
| Gemeinsames Abendessen (Selbstzahler) / Conference Dinner (self-paid) Große Beckstraße 7 |
| Freitag, 18. Sept. 2026 | |
|---|---|
| 9:00 - 10:45 | Panel 6: Animals versus technology? (in English) Chair: Mieke Roscher (University of Kassel) Discussant: Anna-Katharina Wöbse (Albert Ludwig University of Freiburg)
South Asia’s Captive Elephants at War. Evidence across Archives
When Military Pigeons Have Served Their Time. On Animal Assistance Systems During and After the War from a Philosophy of Technology Point of View
War as an Interspecies Practice. Marine Mammals Between Cold War Military Programs and Contemporary Warfare? |
| 10:45 - 11:15 | Kaffeepause / Coffee Break |
| 11:15 - 13:00 | Panel 7: Eastern European Landscapes from Past to Present (in German/English) Chair: Jannes Bergmann (HU Berlin) Discussant: Timm Schönfelder (Leibniz Institute for the History and Culture of Eastern Europe, Leipzig)
Space as a Resource. Geopolitical Visions of the Baltic Region during the Long First World War
Lives Under Fire. Animals, Interconnectedness, and More-Than-Human Narratives in Ukraine
Russian War and Cetacean.: Mapping Military Activity Harm on Black Sea Cetaceans and Their Habitats |
| 13:00 - 13:30 | Schlusskommentar & Abschlussdiskussion / Closing Remarks & Final Discussion Moderation: Alexander Reineke (Ruhr University Bochum)
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E-Mail: naw-conference2026.us.fk17@tu-dortmund.de
Oberstleutnant Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit des ZMSBw
Telefon: 0331 9714 400
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