Inhalt
Workshop

Koloniale militärische Gewalt erinnern

Potsdam
bis

Im dritten Workshop des Projekts „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt“ richtet sich der Blick auf mittel- und langfristige Nachwirkungen kolonialer militärischer Gewalt, während die ersten beiden Workshops die theoretischen Grundlagen und konkreten Praktiken kolonialer militärischer Gewalt untersucht haben.

Zwei Bronzefiguren mit erhoben Fäusten. An den Händen gesprengten Ketten,

Das Genozid-Denkmal in Namibias Hauptstadt Windhoek erinnert an den von deutschen Soldaten verübten Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908.

imago / imagebroker / G. Thielmann (nachtr. bearb.)

Transformation und Deutung

Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Transformation und Deutung kolonialer militärischer Gewalt. Dabei soll die im Projekt entwickelte Kontinuums-These kritisch ausgeleuchtet werden: Wie wurden koloniale militärische Einsätze im 20. und 21. Jahrhundert erinnert, legitimiert, marginalisiert oder neu gerahmt? Welche Traditionslinien entstanden, und wo wurden bewusste Abgrenzungen vollzogen? Der Workshop untersucht daher nicht militärische Gewaltpraxis nach 1918 als solche, sondern die Veränderung ihrer Wahrnehmung, ihre institutionelle Einbettung sowie ihre erinnerungskulturelle Verarbeitung bis in die Gegenwart. Die Perspektive bleibt dabei militärhistorisch geführt und öffnet sich postkolonialen Ansätzen analytisch, nicht normativ.

Kontinuum militärischer Gewalt?

Im Zentrum steht die kritische Prüfung der im Projekt entwickelten These eines „Kontinuums militärischer Gewalt“. Ist dieses Kontinuum über 1918 hinaus analytisch tragfähig, oder stößt das Konzept bei genauerer Untersuchung an seine Grenzen? Das Kontinuum wird dabei ausdrücklich als heuristisches Prüfmodell verstanden. Ziel ist nicht die Konstruktion linearer Fortsetzungen, sondern die Analyse möglicher Anschlussstellen ebenso wie klarer Brüche.

Der dritte Workshop versteht sich damit als argumentative Verdichtungsphase des Gesamtprojekts und als Grundlage für die abschließende konzeptionelle Zuspitzung eines geplanten Sammelbandes.

Programm

Wednesday, October 7, 2026

13:00–14:00

Welcome: 

Commander ZMSBw / Research Director
 

Introduction: 

Christian Stachelbeck (Potsdam)
 

Keynote: 

Bulami Edward Fonyuy (Bamenda): From Loss to Reclaim: The Orature that Opens and Soothes our Wounds. The Case of the German Punitive Expedition to the Nso Fondom (1902) and Nso Story-telling

14:00–14:30 Coffee Break
14:30–16:00 

Panel I: Continuities and Ruptures: On the Transformation of Colonial Military Violence

Moderation: Tanja Bührer (Salzburg)

  • Edith Nadège Tchuenmogne (Dschang): German Settlers and their Adaptation to the Repressive Measures of the British Colonial Administration, 1914–1945

     

  • Jean Baptiste Nzogue (Douala): From German Direct Violence to French Normative Violence in Colonial Cameroon: Paradigm Shift or Contextual Adaptation?

     

  • Christian Jacobs (Berlin): African Soldiers and the Trans-Imperial Transfer of Power in Cameroon: From German to French Rule
16:00–16:30 Coffee Break
16:30–18:00 

Panel II: Museum Representations of Colonial Military Violence: Historicization and Interpretation

Moderation: Matthias Häussler (Bochum)

  • Florian Helfer (Heidelberg): Between National Framing, Multidirectional Connections, and Transnational Entanglement: Museum Representations of Colonial Military Violence in Namibia, South Africa, and Germany

     

  • Yrine Matchinda (Dschang): Afterlives of colonial violence: From sacred presence to the Museum object

     

  • Clovis Foutsop (Dschang): German Military Artefacts in Museum Collections in Cameroon: An Example of Preserving the memory of violent German Colonialism in Africa

Thursday, October 8, 2026

09:00–10:30 

Panel III: The Aftermath of Colonial Military Violence after 1918: Sites of Memory and Cultures of Commemoration 

Moderation: Thomas Fues (Berlin)

 

  • Nancy Rushohora (Dar es Salaam): The Battle of Mahiwa and the Postcolonial Afterlives of German Military Violence in Tanzania

     

  • Uwe H. Bittlingmayer & Hendrik Büggeln (Freiburg): „SIE GABEN IHR LEBEN FÜR DICH“ (THEY GAVE THEIR LIVES FOR YOU). The Complexity and Ambivalence of Memory Culture: A Case Study of the Cemetery in Kramersdorf, Swakopmund

     

  • Félix Jean Dorien Kampoer Kampoer (Yaoundé): Semantics, Representations and Interpretations of German Colonial Military Violence in Cameroon during World War I (1914-1918): A Case Study of the Local Memory of the Kwasio People in Southern-Cameroon
10:30–11:00 Coffee Break
11:00–12:30 

Panel IV: Local Memories and Competing Interpretations of Colonial Military Violence

Moderation: Ulrike Jureit (Hamburg)

 

  • Leon Biela (Freiburg): „Die großen kolonialen Traditionen unserer Marinestadt” (The great colonial traditions of our naval city). Meaning-giving memories of the Navy's colonial deployments in Wilhelmshaven between the World Wars

     

  • Destin Feutseu Dassi (Dschang): Ngum a Jeamea of David Mbanga Eyombwan or the intercultural place of memory of the German military violence in Cameroon

     

  • Stéphane Koffi Kouzan (Lomé): Germanophobia as a consequence of military violence in Togoland (1884–1914)

13:30 – 14:30 

 

Final discussion

Organisationsteam

Martin Schulz, Pierre Köckert und Christian Stachelbeck

Anmeldung

Um Anmeldung wird bis zum 30.09.2026 gebeten per MAil, an Martin Schulz

Für Medienvertretende

Oberstleutnant Michael Gutzeit

Leiter der Informationsarbeit des ZMSBw

Telefon: 0331 9714 400

ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org

Im Rahmen der Veranstaltung werden Fotoaufnahmen gemacht. Diese können für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation sowie in Online- und Printmedien veröffentlicht werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung einverstanden.

Koloniale militärische Gewalt erinnern

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Veranstaltungsort

Villa Ingenheim, traditionsreiches Gebäude im Westen von Potsdam

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam

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