Inhalt
AMS-Tagung

Aufwuchs oder Wildwuchs?

Potsdam, ZMSBw

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der Ausrufung der Zeitenwende im Februar 2022 durch den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz findet eine vollkommene Neuorientierung und ein umfassender Umbau der Bundeswehr statt. Waren die Streitkräfte bis 2022 vor allem auf Einsätze zum internationalen Krisen- und Konfliktmanagement optimiert, ist der alte und neue Hauptauftrag die Landes- und Bündnisverteidigung. Maßnahmen wie die starke Steigerung der Verteidigungsausgaben und die Einführung eines neuen Wehrdienstmodells sollen einen umfassenden Aufwuchs an Personal, Material, Ausrüstung und Infrastruktur ermöglichen. 

Anschreiben zum Neuen Wehrdienst in der Druckerei

Die ersten Anschreiben zum Neuen Wehrdienst werden gedruckt und für den Versand vorbereitet

Bundeswehr/Markus Schulze

Die deutlich intensivere Übungstätigkeit mit den Bündnispartnern in EU und NATO sowie eine enge Kooperation mit der Ukraine sollen die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und die Interoperabilität mit verbündeten Streitkräften erhöhen. Auf Basis des Operationsplans Deutschland ist eine engere und bessere Abstimmung und Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen, Sicherheitsbehörden und anderen für die Verteidigung Deutschlands und seiner Verbündeten relevanten Institutionen und Akteuren notwendig.

Durch den Hauptauftrag Landes- und Bündnisverteidigung und die genannten Maßnahmen wird die Bundeswehr im Alltag der Bürgerinnen und Bürger wesentlich präsenter. Gleichzeitig kommt der Bevölkerung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung eine deutlich wichtigere Rolle zu, etwa beim freiwilligen Engagement in der Reserve der Bundeswehr und im Heimatschutz sowie in Blaulichtorganisationen und anderen Freiwilligenverbänden. Zudem müssen Belastungen und Probleme, die sich aus den Notwendigkeiten der Landes- und Bündnisverteidigung ergeben, von der Bevölkerung akzeptiert sowie gesellschaftliche Resilienz und Widerstandsfähigkeit aufgebaut und gefördert werden.

Insgesamt stellt sich die Frage, welche Chancen, Probleme und Herausforderungen sich für Bundeswehr, Politik, sicherheitsrelevante Institutionen und Akteure sowie die deutsche Gesellschaft vor dem Hintergrund der Konzentration auf Landes- und Bündnisverteidigung und den Ausbau der Gesamtverteidigung ergeben. Mit diesem weiten Themenfeld setzt sich die Jahrestagung 2026 des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften (AMS) auseinander, die vom 16. bis 18. September 2026 am ZMSBw stattfindet. Das Programm der Tagung umfasst die folgenden Vorträge und Themen:  

Programm

 

MITTWOCH, 16.09.2026

Uhrzeit 
  
13:30-14:00

Begrüßung und Willkommen 

Oberst Dr. Hagemann, Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw)

Markus Steinbrecher, Vorsitzender des Vorstandes des AMS

14:00-15:45

Panel 1 - Gesamtverteidigung – historische, aktuelle und internationale Perspektiven

 

Jeder Hat keine Chance. Die zivile Verteidigung in der Bundesrepublik in der Zeit des Kalten Krieges

Cornelia Grosse, ZMSBw, Potsdam

 

Der neue Wehrdienst in Deutschland – eine sozialwissenschaftliche Zwischenbilanz

Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam

 

Warum unterscheidet sich die Verteidigungsbereitschaft zwischen den baltischen Staaten so stark?

Alexandra Friede, Helmut-Schmidt-Universität (HSU), Hamburg

 

Leitung: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam

15:45-16:15Pause
16:00-17:25

Panel 2 - Internationaler und ökonomischer Kontext der Gesamtverteidigung

 

Der blinde Fleck einer Grand Strategy zur Gesamtverteidigung Deutschlands: Eine politische Ökonomie der Rüstung

Philipp Münch, ZMSBw, Potsdam

 

Die dunkle Seite Amerikas

Rudolf Hamann, Hamburg


Leitung: Sven Gareis, FüAKBw

17:25-17:40Pause
17:40-19:00

Buchvorstellung und – diskussion

Angelika Dörfler-Dierken (Hg.), Lesebuch Ethische Bildung - Anregungen für Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr

Angelika Dörfler-Dierken, Universität Hamburg

Generalleutnant a.D. Rainer Glatz,, Potsdam

 

Moderation: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam

19:30

Gemeinsames Abendessen (Selbstzahler)

Trattoria Toscana

Zeppelinstraße 136, 14471 Potsdam

  
 

DONNERSTAG, 17.09.2026

  
09:00-10:45

Panel 3 - Soldatische Identität

 

Von Führungsstilen zu Gruppenidentität: Militärische Führungstheorie nach der Zeitenwende

Patrick Hofstetter, (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz

 

Soldatische Identitäten und Verteidigungsfähigkeit: Eine qualitative Studie zu Schweizer Berufsmilitärangehörigen

Pietro Verzasconi, (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz

 

Vom zivilen Habitus zur soldatischen Identität: Ausbildung und Erziehung im Kontext der Gesamtverteidigung

Marius Geller, Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz

 

Leitung: Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam

10:45-11:15Pause
11:15-13:00

Panel 4 - Führung, Sozialisation und soldatische Motivation 

 

Vom Zivilisten zum Soldaten. Identitätsbildung in der Basisausbildung der Bundeswehr nach der Zeitenwende.

Juliette Hohlin, Universität der Bundeswehr, München

 

Innere Führung und Human Factors als Einsatzwertfaktoren auf dem modernen Gefechtsfeld: Zur Bedeutung von Führung, Ausbildung und Erziehung in der Bundeswehr

Tobias Meinke, HSU, Hamburg

 

Digitalisierung und Individualisierung von Bildungsangeboten des ZMSBw als Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft

Katrin Grosser, ZMSBw, Potsdam

 

Leitung: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam

13:00-14:30Mittagspause (OHG, Selbstzahler)
14:30-16:15

Panel 5 - Wehrdienst und Wehrpflicht

 

Wehrpflichtromantik und Dienstpflichtphantasien. Anmerkungen zur Restauration eines menschenfeindlichen Anachronismus

Jürgen Rose, München

 

Historische und gegenwärtige ethische Debatten über Wehrpflicht im internationalen Kontext und in der Bundesrepublik Deutschland 

Paul S. Peterson, ZMSBw, Potsdam

 

Wehrpflicht, Wehrpflichtlotterie oder Dienstpflicht? Rekrutierungsmodelle im Lichte normativer Prinzipien

Sven Altenburger, Blavatnik School of Government, University of Oxford

 

Leitung: Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam 

16:15-16:45Pause
16:45-18:00

Panel 6 - Lagebilder und Indikatorensysteme für Resilienz und Gesamtverteidigung

 

Militäreinsätze als Antwort auf Katastrophen und Notfälle. Implikationen für die zivil-militärischen Beziehungen

Christian Leuprecht, Department of Political Science and Economics, Royal Military College, Kingston, Kanada

 

Die Relevanz sozialwissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse für Lagebilder in der Sicherheitsarchitektur der BRD: Aufbau und Pflege des Truppenpsychologischen Lagebilds im Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis

Moritz Michels & Jörg Ungerer, Operatives Führungskommando der Bundeswehr, Schwielowsee

 

Leitung: Sven Gareis, FüAKBw

19:00

Gemeinsames Abendessen

Das Wiener

Luisenplatz 4, 14471 Potsdam

(Anmeldung und Vorbestellung erforderlich, Selbstzahler)

  
 

FREITAG, 18.09.2026

  
09:00-10:45

Panel 7 - Resilienz und Widerstandskraft I

 

Ungewissheit als Ressource

Martin Elbe, ZMSBw, Potsdam

 

Grauzonenkonflikt und gesellschaftliche Resilienz: Wie Bürgerinnen und Bürger mehrdeutige Sicherheitsvorfälle wahrnehmen

Matthias Mader, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

 

Der Resilienz-Index „Wehrwille Deutschland“: Vom Institutionenvertrauen zur persönlichen Verteidigungsbereitschaft

Timo Graf, ZMSBw, Potsdam

 

Leitung: Angelika Dörfler-Dierken, Universität Hamburg

10:45-11:00Pause
11:00-12:45

Panel 8 - Resilienz und Widerstandskraft II

 

Zum Widerstand gegen „zivil-militärische Zusammenarbeit“

Jens Warburg, NN

 

Umsetzung der Deutschen Strategie zur Stärkung der Resilienz am Beispiel eines Moduls an der Hochschule des Bundes

Heike Bühring, Hochschule des Bundes, Brühl

 

Krieg ist nach der Resilienz! Die Logik des Gelingens der Gesamtverteidigung

Peter Buchner, Koblenz

 

Leitung: Heiko Biehl, ZMSBw, Potsdam

12:45-13:00Resümee und Verabschiedung
13:00-14:00Mittagessen (OHG, Selbstzahler)
14:00-16:00Mitgliederversammlung AMS 2026

 

Anmeldungen zur Tagung und für die Abendessen:

Dr. Markus Steinbrecher

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Forschungsbereich Militärsoziologie

Zeppelinstraße 127/128, 14471 Potsdam,

E-Mail: markussteinbrecher@bundeswehr.org

Auch die Vortragenden bitten wir um eine Anmeldung. Bitte geben Sie auch an, ob Sie sich für das/die Abendessen am 16.09. und 17.09. anmelden möchten.

Für Medienvertretende

Oberstleutnant Michael Gutzeit

Leiter der Informationsarbeit des ZMSBw

Telefon: 0331 9714 400

ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org

 

Aufwuchs oder Wildwuchs?

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Veranstaltungsort

Villa Ingenheim, traditionsreiches Gebäude im Westen von Potsdam

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam

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