Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der Ausrufung der Zeitenwende im Februar 2022 durch den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz findet eine vollkommene Neuorientierung und ein umfassender Umbau der Bundeswehr statt. Waren die Streitkräfte bis 2022 vor allem auf Einsätze zum internationalen Krisen- und Konfliktmanagement optimiert, ist der alte und neue Hauptauftrag die Landes- und Bündnisverteidigung. Maßnahmen wie die starke Steigerung der Verteidigungsausgaben und die Einführung eines neuen Wehrdienstmodells sollen einen umfassenden Aufwuchs an Personal, Material, Ausrüstung und Infrastruktur ermöglichen.
Die ersten Anschreiben zum Neuen Wehrdienst werden gedruckt und für den Versand vorbereitet
Bundeswehr/Markus SchulzeDie deutlich intensivere Übungstätigkeit mit den Bündnispartnern in EU und NATO sowie eine enge Kooperation mit der Ukraine sollen die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und die Interoperabilität mit verbündeten Streitkräften erhöhen. Auf Basis des Operationsplans Deutschland ist eine engere und bessere Abstimmung und Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen, Sicherheitsbehörden und anderen für die Verteidigung Deutschlands und seiner Verbündeten relevanten Institutionen und Akteuren notwendig.
Durch den Hauptauftrag Landes- und Bündnisverteidigung und die genannten Maßnahmen wird die Bundeswehr im Alltag der Bürgerinnen und Bürger wesentlich präsenter. Gleichzeitig kommt der Bevölkerung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung eine deutlich wichtigere Rolle zu, etwa beim freiwilligen Engagement in der Reserve der Bundeswehr und im Heimatschutz sowie in Blaulichtorganisationen und anderen Freiwilligenverbänden. Zudem müssen Belastungen und Probleme, die sich aus den Notwendigkeiten der Landes- und Bündnisverteidigung ergeben, von der Bevölkerung akzeptiert sowie gesellschaftliche Resilienz und Widerstandsfähigkeit aufgebaut und gefördert werden.
Insgesamt stellt sich die Frage, welche Chancen, Probleme und Herausforderungen sich für Bundeswehr, Politik, sicherheitsrelevante Institutionen und Akteure sowie die deutsche Gesellschaft vor dem Hintergrund der Konzentration auf Landes- und Bündnisverteidigung und den Ausbau der Gesamtverteidigung ergeben. Mit diesem weiten Themenfeld setzt sich die Jahrestagung 2026 des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften (AMS) auseinander, die vom 16. bis 18. September 2026 am ZMSBw stattfindet. Das Programm der Tagung umfasst die folgenden Vorträge und Themen:
MITTWOCH, 16.09.2026 | |
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| Uhrzeit | |
| 13:30-14:00 | Begrüßung und Willkommen Oberst Dr. Hagemann, Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) Markus Steinbrecher, Vorsitzender des Vorstandes des AMS |
| 14:00-15:45 | Panel 1 - Gesamtverteidigung – historische, aktuelle und internationale Perspektiven
Jeder Hat keine Chance. Die zivile Verteidigung in der Bundesrepublik in der Zeit des Kalten Krieges Cornelia Grosse, ZMSBw, Potsdam
Der neue Wehrdienst in Deutschland – eine sozialwissenschaftliche Zwischenbilanz Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam
Warum unterscheidet sich die Verteidigungsbereitschaft zwischen den baltischen Staaten so stark? Alexandra Friede, Helmut-Schmidt-Universität (HSU), Hamburg
Leitung: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam |
| 15:45-16:15 | Pause |
| 16:00-17:25 | Panel 2 - Internationaler und ökonomischer Kontext der Gesamtverteidigung
Der blinde Fleck einer Grand Strategy zur Gesamtverteidigung Deutschlands: Eine politische Ökonomie der Rüstung Philipp Münch, ZMSBw, Potsdam
Die dunkle Seite Amerikas Rudolf Hamann, Hamburg
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| 17:25-17:40 | Pause |
| 17:40-19:00 | Buchvorstellung und – diskussion Angelika Dörfler-Dierken (Hg.), Lesebuch Ethische Bildung - Anregungen für Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr Angelika Dörfler-Dierken, Universität Hamburg Generalleutnant a.D. Rainer Glatz,, Potsdam
Moderation: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam |
| 19:30 | Gemeinsames Abendessen (Selbstzahler) Trattoria Toscana Zeppelinstraße 136, 14471 Potsdam |
DONNERSTAG, 17.09.2026 | |
| 09:00-10:45 | Panel 3 - Soldatische Identität
Von Führungsstilen zu Gruppenidentität: Militärische Führungstheorie nach der Zeitenwende Patrick Hofstetter, (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz
Soldatische Identitäten und Verteidigungsfähigkeit: Eine qualitative Studie zu Schweizer Berufsmilitärangehörigen Pietro Verzasconi, (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz
Vom zivilen Habitus zur soldatischen Identität: Ausbildung und Erziehung im Kontext der Gesamtverteidigung Marius Geller, Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich, Schweiz
Leitung: Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam |
| 10:45-11:15 | Pause |
| 11:15-13:00 | Panel 4 - Führung, Sozialisation und soldatische Motivation
Vom Zivilisten zum Soldaten. Identitätsbildung in der Basisausbildung der Bundeswehr nach der Zeitenwende. Juliette Hohlin, Universität der Bundeswehr, München
Innere Führung und Human Factors als Einsatzwertfaktoren auf dem modernen Gefechtsfeld: Zur Bedeutung von Führung, Ausbildung und Erziehung in der Bundeswehr Tobias Meinke, HSU, Hamburg
Digitalisierung und Individualisierung von Bildungsangeboten des ZMSBw als Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft Katrin Grosser, ZMSBw, Potsdam
Leitung: Markus Steinbrecher, ZMSBw, Potsdam |
| 13:00-14:30 | Mittagspause (OHG, Selbstzahler) |
| 14:30-16:15 | Panel 5 - Wehrdienst und Wehrpflicht
Wehrpflichtromantik und Dienstpflichtphantasien. Anmerkungen zur Restauration eines menschenfeindlichen Anachronismus Jürgen Rose, München
Historische und gegenwärtige ethische Debatten über Wehrpflicht im internationalen Kontext und in der Bundesrepublik Deutschland Paul S. Peterson, ZMSBw, Potsdam
Wehrpflicht, Wehrpflichtlotterie oder Dienstpflicht? Rekrutierungsmodelle im Lichte normativer Prinzipien Sven Altenburger, Blavatnik School of Government, University of Oxford
Leitung: Gregor Richter, ZMSBw, Potsdam |
| 16:15-16:45 | Pause |
| 16:45-18:00 | Panel 6 - Lagebilder und Indikatorensysteme für Resilienz und Gesamtverteidigung
Militäreinsätze als Antwort auf Katastrophen und Notfälle. Implikationen für die zivil-militärischen Beziehungen Christian Leuprecht, Department of Political Science and Economics, Royal Military College, Kingston, Kanada
Die Relevanz sozialwissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse für Lagebilder in der Sicherheitsarchitektur der BRD: Aufbau und Pflege des Truppenpsychologischen Lagebilds im Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis Moritz Michels & Jörg Ungerer, Operatives Führungskommando der Bundeswehr, Schwielowsee
Leitung: Sven Gareis, FüAKBw |
| 19:00 | Gemeinsames Abendessen Das Wiener Luisenplatz 4, 14471 Potsdam (Anmeldung und Vorbestellung erforderlich, Selbstzahler) |
FREITAG, 18.09.2026 | |
| 09:00-10:45 | Panel 7 - Resilienz und Widerstandskraft I
Ungewissheit als Ressource Martin Elbe, ZMSBw, Potsdam
Grauzonenkonflikt und gesellschaftliche Resilienz: Wie Bürgerinnen und Bürger mehrdeutige Sicherheitsvorfälle wahrnehmen Matthias Mader, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz
Der Resilienz-Index „Wehrwille Deutschland“: Vom Institutionenvertrauen zur persönlichen Verteidigungsbereitschaft Timo Graf, ZMSBw, Potsdam
Leitung: Angelika Dörfler-Dierken, Universität Hamburg |
| 10:45-11:00 | Pause |
| 11:00-12:45 | Panel 8 - Resilienz und Widerstandskraft II
Zum Widerstand gegen „zivil-militärische Zusammenarbeit“ Jens Warburg, NN
Umsetzung der Deutschen Strategie zur Stärkung der Resilienz am Beispiel eines Moduls an der Hochschule des Bundes Heike Bühring, Hochschule des Bundes, Brühl
Krieg ist nach der Resilienz! Die Logik des Gelingens der Gesamtverteidigung Peter Buchner, Koblenz
Leitung: Heiko Biehl, ZMSBw, Potsdam |
| 12:45-13:00 | Resümee und Verabschiedung |
| 13:00-14:00 | Mittagessen (OHG, Selbstzahler) |
| 14:00-16:00 | Mitgliederversammlung AMS 2026 |
Anmeldungen zur Tagung und für die Abendessen:
Dr. Markus Steinbrecher
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Forschungsbereich Militärsoziologie
Zeppelinstraße 127/128, 14471 Potsdam,
E-Mail: markussteinbrecher@bundeswehr.org
Auch die Vortragenden bitten wir um eine Anmeldung. Bitte geben Sie auch an, ob Sie sich für das/die Abendessen am 16.09. und 17.09. anmelden möchten.
Oberstleutnant Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit des ZMSBw
Telefon: 0331 9714 400
ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Zeppelinstraße 127/128
14471 Potsdam