Lehrsammlung Einsatzflottille 2
Marinestützpunkt Wilhelmshaven
Endraßstraße 11
26384 Wilhelmshaven
Auf der Basis einer seit 2010 bestehenden Kooperationsvereinbarung bietet das Deutsche Marinemuseum der Lehrsammlung ihren Lernort: neben den überwiegend zivilen Museumsgästen wird auch allen Angehörigen der Marine und der Bundeswehr hier unter dem Motto „Menschen – Zeiten – Schiffe“ die wechselvolle Geschichte der deutschen Flotte von den Anfängen bis heute vermittelt.
Wilhelmshaven ist aufgrund seiner geographischen Lage seit Mitte des 19. Jahrhunderts der bedeutendste Militärhafen an der deutschen Nordseeküste. Bauliche Erweiterungen seit 1871 ermöglichen hier die Stationierung großer Teile deutscher Marinen, vom Zeitalter der Weltkriege bis heute. Seit dem Einzug der ersten Freiwilligen der neuen deutschen Streitkräfte im Januar 1956 ist Wilhelmshaven Standort der Marine der Bundeswehr. Heute beherbergt der Marinestützpunkt Heppenser Groden die Einsatzflottille 2, ein aus Fregatten, Versorgern und Unterstützungseinheiten bestehender Leitverband der größten Schiffe der Bundeswehr. Schiffe und Boote der EF 2 sind – als Nachfolgerin der Zerstörerflottille – seit ihrem Bestehen umfangreich in Einsätze im Mittelmeer und am Horn von Afrika sowie in multinationale Übungen und Ausbildungsfahrten rund um den Erdball eingebunden. Die Marine sichert damit im internationalen Bündnis mit ihrer Präsenz die deutschen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen in einer globalisierten Welt.
In unmittelbarer Nachbarschaft – in Sichtweite am Deich zum Jadebusen – liegt seit 1998 das Deutsche Marinemuseum. Mit über 100.000 Gästen pro Jahr ist es eines der bedeutendsten historischen Bildungsangebote Norddeutschlands und zugleich das Schaufenster der Marine. Dabei steht der Mensch als handelnder Akteur in Kriegen und Konflikten im Mittelpunkt, fokussiert auf die Dimension der See. Das Ausstellungs- und Vermittlungskonzept verknüpft hier somit maritime Technikgeschichte mit militär- und kulturgeschichtlichen Ansätzen.
In drei inhäusigen Ausstellungsbereichen und einem großen Freigelände samt Liegeplätzen werden Objekte zur deutschen Marinegeschichte in ihren Kontexten ausgestellt, von Orden und Ehrenzeichen, Schriftgut, Bildern, Fotografien, Modellen, Kunstwerken über Uniformen, Schiffsglocken, Flaggen und Kommandozeichen bis hin zu Waffen und Waffensystemen aus über 150 Jahren Marinegeschichte. Weithin sichtbar sind im Museumshafen etwa der Zerstörer „Mölders“, das Schnellboot “Gepard“, das U-Boot „U10“ und weitere Schiffe, Boote und Marinewaffen zur Besichtigung ausgestellt. Eine visuelle Sichtachse stellt den Bezug zwischen musealer Vermittlung und aktuellem Auftrag und Einsatz der Bundeswehr her, da die Museumsgäste in nördlicher Richtung einen der größten Marinestützpunkte Europas sehen können.
Künftig wird das Deutsche Marinemuseum noch intensiver für die historische und sicherheitspolitische Bildung, die Traditionspflege sowie die Identitätsstiftung der Marineangehörigen genutzt werden. Insbesondere die Darstellung und Erforschung der deutschen Marinegeschichte seit 1990 mittels Objekten und ihren Geschichten ist Kern der künftigen Zusammenarbeit. Teils noch unerschlossene Bestände der Lehrsammlung – unter dem Titel “Einsatzlehrausstellung“ projektiert – befinden sich noch innerhalb des Marinestützpunktes. In diesem Zusammenhang steht auch die Initiative zur baulichen Erweiterung des Museums, das ein neues Gebäude erhalten und eine räumliche und inhaltliche Neukonzeption vollziehen wird. Beabsichtigt ist es, die jüngste Geschichte der Bundeswehr in einem diskursiven und multiperspektivischen Ansatz zu erzählen – interaktiv, modern und mit authentischen Sachzeugen.
Lehrsammlung Einsatzflottille 2
Marinestützpunkt Wilhelmshaven
Endraßstraße 11
26384 Wilhelmshaven
Deutsches Marinemuseum
Südstrand 125
26382 Wilhelmshaven
Lehrsammlung Einsatzflottille 2
Deutsches Marinemuseum
Die Lehrsammlung der Einsatzflottille wird in die museale Dauerausstellung des Deutschen Marinemuseums eingebettet.
Öffnungszeiten: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr. Thematische Führungen können für unterschiedliche Besuchsgruppen und mit verschiedenen Schwerpunkten durchgeführt werden, ebenso gezielte museumspädagogische Angebote in Form von Seminaren und Workshops. Für Bundeswehrangehörige ist der Eintritt kostenlos.