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Call for Papers

Deutsche Polizei und Streitkräfte im Ausland seit 1945

Deutsche Polizei und Streitkräfte im Ausland seit 1945

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Die Entsendung deutscher militärischer und polizeilicher Kräfte ins Ausland gehört seit Jahrzehnten zu den zentralen Instrumenten deutscher Außen- und Sicherheitspolitik. Sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR wurden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vielfältige Formen militärischer und polizeilicher Auslandstätigkeit entwi­ckelt.

Deutsche Soldaten und Polizisten stehen im Kreis und blicken in einen Geländesandkasten

Gemeine Einsatzvorbereitung: Deutsche Soldaten und Polizisten planen die Durchführung einer Übung zur Aufstandsbekämpfung (Crowd and Riot Control) bei der NATO-Mission KFOR in Ferizaj/Kosovo (Aufnahme vom September 2024)

Bundeswehr/PAO KFOR

In einer gemeinsame Tagung leuchten die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) und des Zen­trums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) die Zusammenhänge zwischen Polizei und Streitkräften aus. Diese Auslandsentsendungen bieten ein besonders produktives Feld für eine gemein­same Untersuchung von Polizei und Militär. Denn gerade in diesem Kontext verliert die klassische Auf­gabentrennung zwischen Polizei und Militär im Spannungsfeld von innerer und äußerer Sicherheit an Kontur; zugleich werden professionelle Selbstverständnisse, Rollenbilder und institutionelle Logiken beider Bereiche neu ausgehandelt. Insbesondere in Krisen- und Konfliktregionen verschwimmen die Grenzen zwischen militärischen und polizeili­chen Aufgabenfeldern vielfach – zwischen Krieg, Ordnungssicherung, Stabilisierung und Kriminalitätsbekämpfung.

Eine vergleichende Perspektive verspricht daher neue Einsichten in die Erfahrungs­räume, Handlungspraktiken und Deutungsmuster beider Institutionen sowie in ihre Wechselwirkungen. Gleichwohl sind militärische und polizeiliche Auslandsentsendun­gen bislang überwiegend getrennt voneinander untersucht worden. Studien, die Ge­meinsamkeiten, Unterschiede und Wechselwirkungen beider Bereiche systematisch analysieren, liegen bislang kaum vor.

Zwei Fahrzeuge der Bundeswehr und eines der Polizei fahren hintereinander auf einer staubigen Straße

Auf Patrouille: Die deutsche Polizei in Afghanistan wurde auf Patrouille von der Feldjägertruppe begleitetet (Aufnahme vom Januar 2009)

Bundeswehr/EinsFüKdo

Theorie und Praxis

Ziel der Tagung ist es daher, aktuelle Forschungen und praxisbezogene Perspektiven auf deutsche militärische und polizeiliche Auslandsentsendungen erstmals in einem gemeinsamen Forum zusammenzuführen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Neben ge­schichtswissenschaftlichen und interdisziplinären Forschungsbeiträgen sollen dabei auch Erfahrungsberichte von Praktikerinnen und Praktikern einbezogen werden. Verglei­chend angelegte Einzelbeiträge sind ausdrücklich willkommen, aber keine Vorausset­zung. Der vergleichende Blick soll insbesondere in den Diskussionen, Kommentaren und der gemeinsamen Reflexion der Beiträge entwickelt und geschärft werden.

Dieses Vorgehen eröffnet neue Einsichten in die Frage, wie Polizei und Militär ihr Han­deln im Ausland legitimieren, vor Ort umsetzen und reflektieren, wie sie Wissen, Nor­men und Praktiken in internationale Zusammenhänge übersetzen und wie sich ihre Rol­lenbilder im Spannungsfeld zwischen innerer und äußerer Sicherheit verändern. Zu­gleich erlaubt es, institutionelle Blindstellen sichtbar zu machen, die sich aus unter­schiedlichen Manda­tierungen, rechtlichen Grundlagen, Dokumentationspraktiken und organisationalen Kul­turen ergeben und die Bedingungen militärischer und polizeilicher Auslandsverwendun­gen nachhaltig prägen. Nicht zuletzt eröffnet der Blick auf die Wahr­nehmungen und Zu­schreibungen der Menschen in den Einsatzgebieten neue Einsichten in die Frage, was vor Ort als „Polizei“ und was als „Militär“ erscheint.

Als inhaltliche und methodische Klammer dient ein erfahrungsgeschichtlicher Zugang, der neben prägenden Erfahrungen bei den Auslandsentsendungen auch die vorgeschal­teten individuellen und institutionellen Erwartungen sowie die sich wandelnden Erinne­rungen einschließt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen sowie die Erwartungs- und Deutungsmuster sowohl der im Ausland tätigen Militär- und Polizeiangehörigen als auch von Akteuren und Institutionen in Deutschland und in den Einsatzgebieten, die mit diesen Entsendungen befasst oder von ihnen betroffen waren.

Leitfragen

Im Sinne einer solchen erfahrungsgeschichtlichen Perspektive interessieren insbeson­dere Beiträge, die sich mit folgenden Fragen befassen:

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Organisationsteam

Gundula Gahlen (DHPol)
Haydée Mareike Haass (DHPol)
Silvia-Lucretia Nicola (ZMSBw)
Markus Pöhlmann (ZMSBw)

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Reisekosten kön­nen für Vortragende in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz übernommen werden.

Einreichung

Bitte senden Sie ein Abstract (max. 300 Wörter) sowie eine kurze biografische Notiz (max. 150 Wörter) bis zum 15.06.2026 an Denise Tschirner: denise.tschirner@dhpol.de

von Gundula Gahlen

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Veranstaltungsort

Einfahrt zur Hochschule

Deutsche Hochschule der Polizei

Universität der Polizeien des Bundes und der Länder
Zum Roten Berge 18–24
48165 Münster

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Veranstaltungen des ZMSBW

Tagungen, Konferenzen und Workshops von und mit dem ZMSBw.

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