Österreich und Deutschland

Die Landesverteidigungsakademie in Wien

Die Landesverteidigungsakademie in Wien

  • Forschung
Ort:
Potsdam
Lesedauer:
2 MIN

Seit den 1970er Jahre besteht eine ertragreiche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen österreichischen Militärhistorikern und Angehörigen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, die zumeist aufgrund von persönlichen Kontakten gepflegt wurden.

Johann Christoph Allmeyer-Beck, Manfried Rauchensteiner, Erwin A. Schmidl, Felix Schneider und Christian Ortner sind sicherlich die prominentesten Wissenschaftler der Alpenrepublik, die auch regelmäßig an der Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG) teilnahmen.

Stiftskaserne Wien

Die Stiftskaserne im Wiener Stadtteil Neubau ist Sitz der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres.

(Österreichisches) Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Vom losen zum institutionalisierten Kontakt

Um diese eher losen Kontakte zu verfestigen, wurde am 2. April 2014 ein von beiden Verteidigungsministerien genehmigtes Kooperationsabkommen zwischen dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres in Wien geschlossen. Ziel dieses Abkommens ist es, „die Zusammenarbeit zwischen [den beiden Institutionen] in Bereichen von gemeinsamen Interessen zu stärken; insbesondere angesichts ihrer Tätigkeit in Forschung und Ausbildung auf den Gebieten der Militärgeschichte und Sozial- und Humanwissenschaften.“

Um dieser Kooperation einen angemessenen Rahmen zu geben, ist u.a. das bi-nationale Symposium „Militär – Geschichte – Gesellschaft“ ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, mindestens einmal im Jahr zusammenzukommen und sich über neuste strukturelle sowie wissenschaftliche

Erwin Schmidl und Manfried Rauchensteiener - zwei Experten für Militärgeschichte in Österreich.

Auf dem Podium zu militärischen Traditionen nahmen 2019 u.a. Hofrat Dr. Erwin Schmidl (Mitte) und Universitätsprofessor und Hofrat Dr. Manfried Rauchensteiner (rechts) teil.

Kollmer/ZMSBw 2019

Entwicklungen in beiden Ländern auszutauschen. Die von den beiden für die Zusammenarbeit verantwortlichen Wissenschaftlern Hofrat Dr. Erwin Schmidl und Oberstleutnant Dr. Dieter Kollmer gemeinsam entwickelten, organisierten und durchgeführten Veranstaltung behandelte bisher die Themen „Militär- und Einsatzgeschichte“ (2015), „Allgemeine Wehrpflicht“ (2016), „Medizingeschichte“ (2017), „Übernahme von Offizieren aus aufgelösten Streitkräften“ (2018) und „Traditionsverständnis in Streitkräften“ (2019).

Beirat und Wissenschaftskommission

In Rahmen der bisherigen Symposien trug problematisierte mindestens ein Wissenschaftler aus den beiden Nationen seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und stellte sie zur Diskussion.
Darüber hinaus wurden PDPrivatdozent Dr. Nina Leonhard und Oberstleutnant Dr. Dieter H. Kollmer (derzeit im Internationalen Militärstab der NATO in Brüssel)  im Herbst 2017 zunächst einmal für den Zeitraum von fünf Jahren zu Mitgliedern der Wissenschaftskommission des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport ernannt, um ihre Fachexpertise in den Beiräten für Sozialwissenschaften und Militärhistorie einbringen zu können.