Nachrichtendienste 1871-1914

Nachrichtendienste 1871-1914

  • Forschung
  • Geschichte
Datum:
Lesedauer:
1 MIN

Geheimnis und Sicherheit. Der Aufstieg militärischer Nachrichtendienste in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, 1871-1914

Ein Projekt von Wiss. Direktor Dr. Markus Pöhlmann

Die Studie untersucht die Frage, wie europäische Streitkräfte zwischen 1871 und 1914 ihr Wissen über potenzielle Gegner erwarben und aufarbeiteten. Zu diesem Zweck werden die Organisation und die Arbeitsweise der deutschen, französischen und britischen Militärgeheimdienste untersucht. Ziel der Studie ist es, erstmals die Ursprünge des militärischen Nachrichtenwesens in vergleichender Perspektive darzustellen und dadurch einen Beitrag zur Organisations- und Wissensgeschichte des europäischen Militärs am Ende des langen 19. Jahrhunderts zu leisten. 

Ein Gruppe ausländischer Militärattachés als Gäste beim Kaisermanöver 1906 in Schlesien

Ein Gruppe ausländischer Militärattachés als Gäste beim Kaisermanöver 1906 in Schlesien. Quelle: Imperial War Museum, London (gemeinfrei; Wiki Commons HU68488).

commons.wikimedia.org

Die Studie soll einen Beitrag zur Etablierung der Intelligence Studies in der deutschsprachigen Forschungslandschaft leisten. Sie versteht das heute so bezeichnete Führungsgrundgebiet „Militärische Sicherheit“, das Nachrichtendienste beinhaltet, als eine spezifische Form des militärischen Wissensmanagements. Zur Klärung seiner Genese und Reichweite werden (militär-) kulturelle Dispositionen, politisch-strategische Rahmenbedingungen und militärische Organisationen in international vergleichender Perspektive untersucht.

Im Zentrum der Untersuchung steht eine für die Epoche charakteristische Verschränkung von zwei gesamtgesellschaftlichen Prozessen: der Verwissenschaftlichung des europäischen Militärs und der Versicherheitlichung der Innen- und Außenpolitik der genannten Staaten bzw. Imperien im fin de siècle.

Methodisch wird ein trilateraler, symmetrischer Vergleich angestrebt. Der Umstand, dass sich mit Blick auf das Deutsche Reich und Frankreich zwei einigermaßen symmetrische Militärorganisationen gegenüberstanden, lässt es aber zweckmäßig erscheinen, nicht nur Unterschiede, sondern vor allem auch transnationale Aneignungs- und Transferprozesse im Auge zu behalten.