Internationales Expertengespräch

Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg für Europa?

Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg für Europa?

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Acht Monate nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gilt die Sorge nicht mehr nur dem Krieg, sondern auch den zahlreichen Krisen, die er hierzulande hervorgerufen oder verstärkt hat. Richteten sich die Demonstrationen zunächst gegen den russischen Angreifer, zielen sie jetzt immer häufiger auf das Krisenmanagement im eigenen Land. 

Diskussion über Kriegsfolgen

Zu den Herausforderungen, denen sich die meisten europäischen Staaten stellen müssen, zählen steigende Energie- und Lebensmittelpreise, das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes, die Verletzlichkeit kritischer Infrastruktur. Verunsicherung und Unmut sind die Folgen.

Über die Auswirkungen und „Kosten“ des Krieges in der Ukraine diskutierten am 13. Oktober 2022 Fachleute aus den USAUnited States of America, Deutschland, Österreich und Bulgarien. Die Diskussion ist Teil der hochrangigen Vortrags- und Expertengesprächsreihe Krasno Events an der USUnited States-Universität Chapel Hill/North Carolina (UNC). Krasno Events organisiert regelmäßig Vorträge, Gespräche und Diskussionen, um unser Verständnis für globale Angelegenheiten in Vergangenheit und Gegenwart zu verbessern.

Bei dem von Prof. Dr. Klaus Larres (Richard M. Krasno Distinguished Professorship in History & International Affairs, UNC) moderierten Gespräch waren zu Gast: Prof. Mark Kramer (Harvard University), Prof. Nadia Boyadjieva (Bulgarische Akademie der Wissenschaften; Harvard University), Prof. Stefan Karner (Universität Graz) und Prof. Jörg Echternkamp (ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam/Universität Halle-Wittenberg)

Die Louis Round Wilson Bibliothek der University of North Carolina at Chapel Hill

Die Louis Round Wilson Bibliothek der University of North Carolina at Chapel Hill

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Rückwirkungen der Sanktionspolitik

Die Diskussion macht klar, dass die historischen Beziehungen der einzelnen Länder zu Russland den Blick auf das heutige Russland prägen. Es sind aber vor allem die aktuellen Beziehungen und Abhängigkeiten zu Russland in Form von Tourismus, Energie und Handel sowie die daraus wachsenden negativen Konsequenzen der Sanktionspolitik auf die eigene Gesellschaft, die das Bild dominieren. Was macht es mit einer Gesellschaft, zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich die Heizkostenrechnung nicht bezahlen können? Wird Europa einen flächendeckenden Aufschwung rechtsgerichteter Parteien erleben? Bröckelt dann der Widerstand gegen russische Sanktionen?

Dem gegenüber wirken die von Russland begangene Kriegsverbrechen in der Ukraine nachhaltig auf europäische Gesellschaften und stärken das Durchhaltevermögen. Diese und weitere Fragen, etwa, ob die europäischen Staaten zur Befriedung des Konflikts Grenzverschiebungen zugunsten Russlands hinnehmen werden oder ob sich in Russland eine Protestbewegung formieren kann, wurden in der Online-Diskussion aufgeworfen. Jörg Echternkamp schildert die aktuelle Lage in der Bundesrepublik und plädiert dafür, auch die historische Seite der „Zeitenwende“ zu berücksichtigen, um den Wandel vor allem in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik besser zu verstehen.

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Demonstranten im Oktober 2022 in Halle (Saale) gegen die deutsche Energiepolitik und Russland-Sanktionen

picture alliance/dpa, Heiko Rebsch

Diskussion in voller Länge

Die Videoaufzeichnung der virtuellen Debatte unter dem Titel „The Cost of War in Ukraine: Nuclear Threats, Energy Crises, Protests and Discontent“  kann auf dem Youtube-Kanal KrasnoUNC aufgerufen werden. Den Link finden Sie hier.

Mehr zum Krieg in der Ukraine entnehmen Sie in unserem Ukraine-Dossier.

von Dorothee Hochstetter