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Moderne Rohrartillerie: Die Panzerhaubitzen 2000 und 2S19 im Vergleich

Moderne Rohrartillerie: Die Panzerhaubitzen 2000 und 2S19 im Vergleich

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Die „Aktuelle Karte“ ist heute einmal eine Vergleichsgrafik zweier Panzerhaubitzen, die im Ukraine-Krieg genutzt werden: die deutsche Panzerhaubitze 2000 und die russische Panzerhaubitze 2S19 »Msta«. 

Zwei Haubitzen im technischen Datenvergleich, im Hintergrund alte Karten

Die Panzerhaubitze 2000 und die Panzerhaubitze 2S19 Msta im technischen Datenvergleich.

Karte: ZMSBw 2023/Frank Schemmerling Foto: ZMSBw/Christian Adam

Die Panzerhaubitze 2000 

Am 1. Juli 1998 wurde nach fast drei Jahrzehnten Entwicklung die erste Panzerhaubitze 2000 (PzH 2000) aus der Serienfertigung an die Bundeswehr übergeben. Seither zählt das für die Artillerie des Heeres gebaute Waffensystem zu den besten der Welt.

Bei einer Feuergeschwindigkeit von bis zu zehn Schuss pro Minute und einer Schussweite von bis zu 30 km (bei mittels Raketentriebwerk nachbeschleunigten Granaten sogar bis zu 56 km) sind die 185 bis 2002 eingeführten PzH vor allem wegen der Feuerleitanlagen und der optischen Zieleinrichtungen, die ständig dem modernsten Standard angepasst wurden, weltweit führend. 

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 62 km/h auf Straßen und 45 km/h auf Geländeabschnitten mit festen Böden errangen die 55,5 t schweren Panzerfahrzeuge (Ausführung mit Dachschutz 57,66 t) schnell den Ruf, äußerst beweglich zu sein. 

Auch wenn sich inzwischen immer mehr die Konzeption durchsetzt, großkalibrige Waffensysteme mit der Basis eines schweren Lastkraftwagens oder Radpanzers zu kombinieren, werden die PzH 2000 noch viele Jahre die schwersten Waffen der Artillerie der Bundeswehr bleiben. Gleichwohl können die neuen Systeme nicht nur schneller die Feuerstellungen wechseln und an andere Kampfabschnitte verlegt werden, sondern sind außerdem kostengünstiger in Bezug auf Beschaffung und Unterhaltung. 

Verbreitung und Einsatz

Derzeit gehören 101 PzH 2000 zum Bestand der Bundeswehr. Über den Zustand der 150 von der Bundesrepublik exportierten und den 68 Stück, die ein italienisches Rüstungskonsortium fertigte und die bei sieben Armee anderer Länder eingeführt wurden, hält man sich offensichtlich bewusst bedeckt. Fünf weitere Streitkräfte, die die PzH testeten, führten sie gar nicht erst ein.

Sieben der verbesserten PzH 2000 A1 der Bundeswehr und fünf PzH 2000 der niederländischen Armee wurden den ukrainischen Streitkräften überlassen. Auch wenn diese aufgrund der geringen Anzahl nicht entscheidend in den Verlauf des Krieges eingreifen werden, verstärken sie die Feuerkraft der ukrainischen Armee, die vor dem Krieg über mehr als 300 122-mm-SFL-Haubitzen 2S1 »Gvosdika«, davon 292 beim Heer (Stand Januar 2022), 235 152-mm-SFL-Haubitzen 2S3M »Akazia«, 39 152-mm-SFL-Haubitzen 2S19 »Msta-S« (Stand Januar 2018) und 130 122-mm-Haubitzen D-30 verfügte.

Zwei Haubitzen im technischen Datenvergleich.

Die Panzerhaubitze 2000 und die Panzerhaubitze 2S19 Msta im technischen Datenvergleich.

ZMSBw 2023/Frank Schemmerling

Die selbstfahrende Haubitze 2S19

Die 2S19 wird allgemein als das Waffensystem angesehen, das mit der PzH 2000 vergleichbar ist. Auf der Basis des vom ukrainischen Panzerwerk in Charkiv zwischen 1988 und 1990 entwickelten mittleren Kampfpanzers T-80, wurden in den 1990er Jahren vom Uraler Transportmaschinenwerk „Uraltransmasch“ in Jekaterinburg etwa 1.000 2S19 gebaut, die bei der Einführung offiziell den Namen des Flusses Msta im Nowgoroder Gebiet erhielten, der in den Ilmensee mündet. Inzwischen mehrfach modernisiert, hatten die ersten Ausführungen eine Gefechtsmasse von 42 t. 

Mit den 152-mm Kanonenhaubitzen 2A64 können Splittersprenggranaten bis zu 24,7 km weit verschossen werden. Mit nachbeschleunigter Munition wurden ursprünglich Schussweiten von bis zu 36 km erreicht, die inzwischen auf über 50 km gesteigert worden sein soll. Die Höchstgeschwindigkeit der 2S19 auf Straßen wird mit 60 km/h angegeben und die durchschnittliche Marschgeschwindigkeit im Gelände mit 25 km/h.

Text und Karte zum Herunterladen: 

DOI: https://doi.org/10.48727/opus4-719

von Fred Koch

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