Internationale Kooperation

Gastwissenschaftler Jon-Wyatt Matlack am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Gastwissenschaftler Jon-Wyatt Matlack am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Datum:

Jon-Wyatt Matlack ist von Oktober bis Dezember 2022 Gastwissenschaftler am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in der Forschungsgruppe Militär und Gewalt.

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Jon-Wyatt Matlack, M. A.

privat

Dissertationsprojekt

„Maneuvering towards ‚The West‘: U.S. Army-Bundeswehr Joint Training Exercises as Conduit for Western Identity Formation“.

Durch die Untersuchung der Großübungen der Bundeswehr und der U.S. Army auf bundesdeutschem Territorium im frühen Kalten Krieg lässt sich eines festhalten: Es wurde vielmehr als ein gedachter Krieg gegen die Streitkräfte des Warschauer Paktes geübt. Manöver waren ein zentraler Ort der Inszenierung. In den Manövern zeigt sich zum einen viele Unterschiede zwischen bundesdeutschen und amerikanischen Streitkräften. In den bilateralen Großübungen des frühen Kalten Krieges trafen unterschiedlich militärische Kulturen und Praktiken aufeinander. Keine der beiden Seiten war bereit den Stil anderer des Partners widerstandslos zu übernehmen. 

Trotz dieser Friktionen knüpfte die militärische Zusammenarbeit jedoch ein enges Band zwischen beiden Ländern. „Wir müssen davon durchdrungen sein“, so bring es ein deutscher Offizier 1961 nach der in Bayern abgehaltene Großübung WINTERSHIELD II auf den Punkt, „dass nur auf einem solchen gegenseitigen Kennen und Verstehen das erforderliche Vertrauen und die erwünschte Kameradschaft wachsen können“. 

Anhand einer umfassenden Quellenrecherche in diversen amerikanischen und deutschen Archiven widmet sich die Studie der Fragestellung, wie Heeresmanöver identitätsstiftende Ereignisse zur Formierung und Zelebrierung einer ‚westlichen‘ Identität zu bewerten sind.

Die durch die Heeresmanöver hergestellten Verflechtungen zwischen den Streitkräften werden hier ebenso thematisiert wie die Beziehungen, die Soldaten als „Staatsbürger“ oder „Citizen Soldier“  miteinander entwickelt haben und die auch weit nach dem Dienstende hinaus fortbestanden und ein wichtiger Teil transaltantischer Verflechtungen bilden.

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Kooperation und Konzeption

Während seines Aufenthaltes am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam beabsichtigt Herr Matlack vor allem seine methodologischen Konzeptionen durch den Austausch mit Angehörigen des Zentrums zu vertiefen. Durch seine Mitarbeit in der Forschungsgruppe Militär und Gewalt verstärkt er die Projektgruppe Repräsentationen. Sein Aufenthalt dient zudem der Konzeption eines gemeinsamen Workshops, der Manöver, militärische Übungen, Kriegs- und Planspiele als Repräsentationen militärische Gewalt erforschen möchte.

Biografische Notiz

Jon-Wyatt Matlack ist Doktorand in Amerikanistik an der Universität Regensburg und promoviert im Rahmen des Leibniz WissenschaftsCampus „Europa und Amerika in der Modernen Welt“. Er ist zudem Mitglied der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien an der UR und schreibt seine Dissertation zum Thema „Maneuvering towards ‚The West‘: U.S. Army-Bundeswehr Joint Training Exercises as Conduit for Western Identity Formation“.
 


von Frank Reichherzer