63. ITMG

Streitkräfte zwischen den Weltkriegen

Streitkräfte zwischen den Weltkriegen

Datum:
Ort:
Potsdam

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Die 63. Internationale Tagung für Militärgeschichte (ITMG) findet dieses Jahr vom 11. bis zum 13. September 2024 im Kongresshotel Potsdam statt. Wir blicken auf die Streitkräfte zwischen den Weltkriegen und stellen Erfahrungen und Erwartungen in das Zentrum der Überlegungen. Dabei soll der Fokus über die nationale Perspektive hinaus gehen und trans- und internationale Perspektiven mit einbeziehen.

General von Seeckt im Gruppenfoto mit jungen Offizieren der Reichswehr während eins Manövers 1925.

Originaltitel des Bildes : "Der Schöpfer und Organisation der Reichswehr Generaloberst [Hans von Seeckt] mit seinen Infanterieschülern (Dresden) im ersten Reichswehrmanöver 1925 in Thüringen"

BArch Bild 136-B1006/Oscar Tellgmann

Streitkräfte zwischen den Weltkriegen: Erfahrungen und Erwartungen in der nationalen und transnationalen Diskussion

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) verfolgt seit 2020 ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Reichswehr. Die Republik und ihre Streitkräfte, 1919-1935“. Die Diskussionen und ersten Forschungsergebnisse haben dabei rasch die unzureichende Einbettung der bisherigen historischen Forschungen in den inter- und transnationalen Rahmen aufgezeigt. Seit ihren Anfängen war die (west- und ost-) deutsche Forschung in der Regel national ausgerichtet. 

Verstärkt durch die besondere Ausgangslage des Versailler Vertrages konnte so die Vorstellung eines militärischen Sonderwegs Raum greifen. Auch wenn die spezifische Situation der Reichswehr anzuerkennen ist, sind für die Epoche von 1919 bis 1939 auch eine Reihe universaler Herausforderungen für Streitkräfte weltweit zu identifizieren. Dazu zählen die Erfahrung von Demobilisierung, Unwägbarkeiten in der Entwicklung des Militärwesens, die Renaissance der Berufsarmee, die Bedeutung von Allianzen und die Aussicht auf den zunehmend ideologisch gerahmten, gesamtgesellschaftlichen Charakter eines zukünftigen Krieges.

Die Tagung untersucht den Wandel des Militärs zwischen den beiden Weltkriegen weltweit und mit besonderem Fokus auf Prozesse der gegenseitigen Wahrnehmung sowie auf die Bedeutung der Prognose. Ausgangspunkt aller Überlegungen sind dabei die Streitkräfte selbst.

Mit Interesse erwarten die Veranstalter auch Diskussionsbeiträge aus Disziplinen, die der Geschichtswissenschaft benachbart sind. Vorschläge, die den Blick auf das militärgeschichtliche Vergleichen oder auf Transfers haben, sind dabei von besonderem Interesse.

Mögliche Fragen

Ein Vorschlag für einen Konferenzbeitrag sollte eine der folgenden Fragen behandeln:

  • Streitkräfte und ihr Staat: Wie gingen Streitkräfte mit der Herausforderung einer Demobilisierung und dem folgenden Wiederaufbau von Kräften und Strukturen im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung um? Welche Rolle spielte Paramilitär als militärisches Instrument und als Herausforderung für das staatliche Gewaltmonopol? 
  • Transnationale Ordnungen von Sicherheit: Wie unterschieden sich ab 1919 die Sicherheitsbedürfnisse von Imperien und Nationalstaaten? Welche Bedeutung hatten militärische Kooperationen und Bündnisse für das Militär?
  • Militärisches Lernen: Wie organisierten Streitkräfte das Lernen aus dem Weltkrieg? Lässt sich für die Epoche die Ausbildung von transnationalen Expertenkulturen (epistemic communities) beobachten?
  • Militärische Prognostik: Wie organisierten Streitkräfte den Ausblick in mögliche militärische Zukünfte? Wer entwarf Zukunftskriegsszenarien und was war dabei die Agenda?
  • Die Streitkräfte und ihre Geschlechter: Welche Bemühungen der Neudefinition der Vorstellungen von soldatischer Männlichkeit lassen sich zwischen 1919 und 1939 beobachten? Welche Erwartungen formulierten die Streitkräfte und andere gesellschaftliche Gruppen an die Rolle von Frauen in einem zukünftigen Krieg?
  • Die Signaturen einer ambivalenten Moderne: Motorisierung, Mechanisierung, Zeit und Tempo, Sachlichkeit, Rationalisierung und Totalitarismus – wo griff das Militär gesamtgesellschaftliche Strömungen auf und wo brachte es solche in die eigene Gesellschaft ein?
  • Legitimation und Delegitimation des Krieges: Auf welche Weise wurde Krieg als Mittel der Politik zwischen 1919 und 1939 in der politischen Kommunikation, in Kunst und Kultur und in den Wissenschaften bestätigt, in Frage gestellt oder neu definiert? Inwiefern wurden pazifistische Überzeugungen handlungsrelevant bzw. politisch mehrheitsfähig oder auch gerade nicht?
Organisatorische Hinweise und Kontakt

Die Tagung findet vom 11. bis 13. September 2024 in Potsdam statt. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Simultanübersetzung steht nicht zur Verfügung. Die Veranstalter übernehmen die Kosten für Fahrt und Unterkunft in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz. Als Ergebnis der Tagung ist eine international sichtbare, englischsprachige Veröffentlichung geplant.

Veranstalter für das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr: Dr. habil.habilitatus Markus Pöhlmann und PDPrivatdozent Dr. John Zimmermann

Kontaktadresse: ZMSBwITMG@bundeswehr.org 

Kontakt für Medienvertretende

Major Michael Gutzeit

Leiter der Informationsarbeit

Telefon: 0331 9714 400

ZMSBwPressestelle@bundeswehr.org

von Markus Pöhlmann