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Die Niederlage des Irak im Zweiten Golfkrieg 1991

Die Niederlage des Irak im Zweiten Golfkrieg 1991

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Weniger als zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Golfkriegs (Irak-Iran-Krieg 1980-1988) griff Saddam Hussein Kuwait an - und löste damit die Bildung einer großen internationalen Koalition aus, die Anfang 1991 in der Operation »Desert Storm« die irakische Armee nach wenigen Tagen besiegte und Kuwait befreite.

Zweiter Golfkrieg 1991

Die Karte zeigt die militärischen Operationen im Zweiten Golfkrieg 1991.

ZMSBw/Schemmerling 2023

Am 2. August 1990 marschierte der Irak völlig überraschend für die Weltöffentlichkeit in Kuwait ein. Zügig schmiedete die USUnited States-Regierung eine Koalition gegen den Aggressor, der das Emirat bereits am 8. August zu seiner 19. Provinz erklärte. Die internationale Gemeinschaft reagierte sehr schnell mit Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen am 6. August 1990 und am 25. August mit einer Seeblockade zur Durchsetzung der Sanktionen und eines Handelsembargos. Doch der irakische Präsident Saddam Hussein gab nicht nach. Parallel dazu begann die Anti-Irak-Koalition ab dem 8. August mit einem gewaltigen Truppenaufmarsch am Persischen Golf: der Operation »Desert Shield«.

Fast eine Million Soldaten und modernstes westliches Kriegsgerät wurden vorrangig in Saudi-Arabien stationiert. Dort bereiteten sich die Truppen der Anti-Irak-Koalition auf einen möglichen Krieg gegen die kampferprobte irakische Armee vor. Diese gigantische Drohgebärde blieb wirkungslos. Deshalb setzte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 29. November 1990 erneut ein Ultimatum zum 15. Januar 1991. Sollte bis dahin kein vollständiger Rückzug erfolgen, gestattete es die Anwendung militärischer Gewalt.

Der Beginn der Befreiung Kuwaits mit Luft- und Seeoperationen

Die Welt schaute nach Ablauf des Ultimatums am 16. Januar auf den Irak, aber nichts passierte. Doch am 17. Januar 03:00 Uhr Ortszeit (16. Januar in den USAUnited States of America) begann der Zweite Golfkrieg oder Erste Irakkrieg mit der Operation »Desert Storm«. Die Karte zeigt mehrere Phasen der Kampfhandlungen. Im südlichen Teil, in Saudi-Arabien, markieren die Nationalflaggen die Aufmarschzonen des Großteils der Landstreitkräfte. Die größten Kontingente stellten die USAUnited States of America, Großbritannien, Frankreich, Ägypten, Saudi-Arabien und Syrien, deren Flaggen dort auch abgebildet sind. Doch auch im NATO-Gebiet in der Türkei waren Luftstreitkräfte auf den Flugplätzen Batman und Diyarbakir stationiert. Zum Schutz des Bündnisterritoriums entsandte übrigens auch die Bundeswehr hier nicht abgebildete Kräfte. Es handelte sich um Flugabwehrraketen und Alpha Jets in der Türkei und einen Minenabwehrverband bei Kreta, die zur NATO-Operation »Southern Guard« gehörten.

Die wichtigste logistische Nachschubroute war der Seeweg, der durch Schiffe der 5. und 6. USUnited States-Flotte sowie Schiffe der Koalitionspartner im Mittelmeer, im Persischen Golf sowie im Roten Meer geschützt wurde. Diese Kräfte sind als blaue Flugzeugträger dargestellt; für das Rote Meer findet sich der Hinweis auf „Teile der 6. USUnited States-Flotte“. Die Flugzeugträger und weitere große Kriegsschiffe waren aber auch an den durch rote Pfeile markierten Luftangriffen ab dem 17. Januar beteiligt. Zuerst zerschlugen Tomahawk-Marschflugkörper wichtige Führungszentren und die gegnerische Luftabwehr und dann wurden die irakischen Streitkräfte durch Luftfahrzeuge bekämpft und dezimiert. Diese Phase des Luftkrieges dauerte bis Ende Februar.

Der Irak reagierte seinerseits mit verzweifelten Angriffen ballistischer Raketen vom Typ SSSchutzstaffel-1c Scud-B auf Israel und Saudi-Arabien. Der größte Teil der 88 Flugkörper wurde abgefangen. Diese Angriffe sind als gestrichelte rote Pfeile eingezeichnet. Doch der Versuch, die islamische Welt durch diese Angriffe zu spalten, schlug fehl. Aber trotzdem jagte die Koalition die Scud-Raketen-Abschussrampen mit Flugzeugen und Spezialkräften, die im Westirak durch blaue Fallschirmsymbole markiert sind.

Die Befreiung Kuwaits durch Bodentruppen

Am 24. Februar begannen schließlich die Bodenangriffe in Form einer großen Umfassungsoperation von Westen durch die Wüste. Die Hauptangriffe auf irakisches Territorium wurden durch mechanisierte und luftbewegliche Kräfte der USAUnited States of America, Großbritanniens und Frankreichs vorgetragen. Truppen der Arabischen Liga und der USAUnited States of America befreiten Kuwait. Diese Angriffe sind als Pfeile von den Flaggensymbolen in Saudi-Arabien ausgehend dargestellt. In nur vier Tagen war die dezimierte irakische Armee geschlagen. Am 28. Februar konnte USUnited States-Präsident George H. W. Bush das Ende der Operation »Desert Storm« verkünden und eine Waffenruhe trat in Kraft. Der Krieg war gewonnen und der Irak zog sich vollständig aus Kuwait zurück. Etwa 380 gefallenen Soldaten der Koalition standen mehr als 110 000 Todesopfer aus Militär und Zivilbevölkerung des Iraks gegenüber. Nicht dargestellt sind die gewaltigen Umweltschäden durch das Entzünden hunderter Ölquellen und die Gefechtsschäden.

Folgen der Niederlage des Iraks

In Folge der Niederlage des irakischen Regimes kam es in den kurdischen Gebieten im Norden und schiitischen Gebieten im Süden zu Aufständen, die im Laufe des Jahres 1991 blutig niedergeschlagen wurden. Diese sind als Flammensymbole zu erkennen. Infolge des brutalen Vorgehens der irakischen Armee gegen die Minderheiten wurden in den Monaten nach Kriegsende nacheinander im Norden und im Süden zwei Flugverbotszonen eingerichtet, die als schraffiertes Areal markiert sind. Diese bestanden bis ins Jahr 2003. Auch die Wirtschaftssanktionen sowie die Seeblockade zu deren Umsetzung blieben weiterhin bestehen. Ereignisse aus etwa zwei Jahren sind auf der Karte grafisch dargestellt und visualisieren in knapper übersichtlicher Form, was ansonsten nur mit mehreren Tausend Buchstaben zu erklären ist.

Text und Karte zum Herunterladen: 

DOI: https://doi.org/10.48727/opus4-628

von Christian Jentzsch

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